Dipol X - SiSA im Gespräch mit Augsburgs bestem HipHop Liveact
SiSA: "Wie kommt man in Augsburg auf die Idee HipHop zu machen?"
Dipol X: "Genauso wie man überall anders auch auf die Idee kommt HipHop zu machen. Man macht Musik und dann stellt man fest dass HipHop die Musik ist, die einem liegt. Und dann macht man das."
SiSA: "Warum liegt dir HipHop?"
Dipol X: "Das Feeling, das man mit HipHop verbindet, das ich mit HipHop verbinde, passt am besten zu mir und deswegen kommt das einfach aus mir raus."
SiSA: "Was ist das für ein Feeling?"
Dipol X: "HipHop hat was Dreckiges an sich, hat was Neuartiges an sich, hat was Frisches an sich. Ja, HipHop ist so eine Art Sprachrohr für Dinge, die einem am Herzen liegen. Das ist so das Feeling von HipHop. Also das ist eine Musik, die sehr tiefgehend ist in seiner ursprünglichen Form."
SiSA: "HipHop kommt doch eigentlich aus schwarzen Ghettos in USA."
Dipol X: "Ja klar, HipHop kommt aus Amerika. Und jeder hat da irgendwie seine Vorbilder, wenn er anfängt. Aber ich denke, dass wenn man das Talent hat, was wirklich eigenständiges zu machen, wie ich das versuche, legt sich das wieder."
SiSA: "HipHop war die Reaktion in Amerika auf gewisse gesellschaftliche Missstände. Wenn man das jetzt auf Augsburg projiziert, was sagst du dann?"
Dipol X: "Natürlich hat das ganze hier nicht so die Ausmaße, wie es beispielsweise in L.A. seine Anfänge genommen hat. Aber ich denke, dass jeder hier Probleme genug hat, um sich drüber aufzuregen und seinen Mund aufzumachen und drauf hinzuweisen. Es gibt auch genügend Leute, die nachempfinden können, was man für Probleme hat, so dass man einfach auf die Bühne geht und das mit den Leuten teilt."
SiSA: "Was bedeutet dieser Festivalauftritt jetzt für euch?"
Dipol X: "Das bedeutet auf jeden Fall jede Menge Spaß und auch jede Menge Promotion für Leute überregional."
SiSA: "Was sind denn eure Ziele? Wo wollt ihr hin?"
Dipol X: "Wir wollen so weitermachen wie bisher. Das wichtigste ist natürlich der Spaß. Einfach das verwirklichen, was aus uns rauskommt. Wenn die Leute Geld dafür bezahlen, was wir machen, sollen sie ruhig die Platten kaufen, wenn wir mal eine haben, sollen auf unsere Konzerte gehen und 20 Mark bezahlen. Mir soll’s recht sein, aber ich werd deswegen jetzt nicht irgendwie meine Musik irgendwie verändern oder in einen Rahmen zwängen, um kommerziell erfolgreich zu sein."
SiSA: "Habt ihr schon Aufnahmen gemacht?"
Dipol X: "Wir haben jeden Menge Sessionaufnahmen. Das ist auch die Architektur unserer Band. Wir spielen Sessions, wir proben nicht, ich schreib keine Texte, ich improvisiere. Also die Texte entstehen auf der Bühne, was mir einfällt. Es gibt auf jeden Fall Schlagwörter und Themen, die man wiedererkennt. Es hat was von Jazz. Jeder spielt irgendwie das was er kann. Bei HipHop und Jazz darf man improvisieren. Da versteht das Publikum das auch."
SiSA: "Vielen Dank für das Interview und viel Spaß noch auf X-Large!"
Das Interview mit Dipol X führte unsere Redakteurin Elli Flierl.