| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 23/06/2001 | ||||||
AROMA: SiSA im Gespräch mit Markus MehrVom Brotbacken, Pferdezüchten und natürlich von der Musik: Markus Mehr unterhielt sich mit der SiSA-Redakteurin Jenny Burmeister.
Markus: „ The best of 60´s, 70´s, 80´s, 90´s and today. Das soll heißen: ich bediene mich vielerlei Spielarten oder Genres. Ich bin da nicht so, bei mir ist erst mal grundsätzlich alles erlaubt. Ich klaue gern, das gebe ich zu, das hört man auch. Es wird viel zitiert, so aus dieser zurückliegenden Geschichte heraus. Ich bin aber keineswegs altmodisch, sondern das klingt alles nach jetzt und today. Diese Etikettenkleberei ist halt immer doof für einen, der was schafft und vor sich hinarbeitet, und die Journalisten dann immer diesen Kleber für einen haben... Das kommt der Sache nie so nahe, wie man das eigentlich möchte. Deswegen muss man einfach immer so ein wenig rumbiegen. Das soll verdeutlichen, dass bei mir ziemlich viel erlaubt ist. Wir bewegen uns auch stark in den 80ern, durch die Strings und die Arrangements, durch das klassische Songwriting, das vorherrscht, auch wiederum stark in den 60ern und 70ern.“ SiSA: „Auf deiner Homepage habe ich gelesen, dass du sehr vielseitig bist: Pferdezüchter, Vater, Brotbäcker.“ Markus. „Ich würde sagen, dass ist eine Mischung aus Klischees und Halbwahrheiten.“ SiSA: „Aber den Schwerpunkt setzt du auf jeden Fall auf deine Musik - nicht auf Brotbacken oder Pferdezüchten?“ Markus: „Nein. Das ist eine Biographie, die ein Gespräch in den Gang bringen soll. Wie gesagt, es stimmt ja nur die Hälfte und die andere Hälfte ist dann auch noch Klischee – die Verwurstung von irgendwelchem Zeug, das man die ganze Zeit hier so rumflattern sieht. Wer was auf sich hält in Amerika ist eigentlich schon mal drogensüchtig gewesen. Mich interessiert das überhaupt nicht. Man soll am Ende des Tages eigentlich nichts anderes zelebrieren als einen gewissen Spaß an der Sache gehabt zu haben. Ich nehme gerne Sachen auf die Schippe, ohne in den Comedy-Bereich zu wollen. Aber ich zwinker gerne mit dem Auge, sage ich mal. Das soll diese Biographie erst mal aufzeigen.“ SiSA: „Wo hast du dein Talent her? Liegt das in der Familie?“ Markus: „Da könnte man jetzt schon wieder ein Klischee abfeiern, dass nicht in der Biographie steht. Mein Vater ist Konzertpianist, meine Mutter ist Sopranistin... nein. Die Wahrheit ist, dass keine meiner beiden Elternteile je ein Instrument erlernt hat. Oder in irgendeiner Weise Musikalität bewiesen hätte. Es ist einfach so.“ SiSA: „Vielleicht hätten sie Musikalität bewiesen, wenn sie eins erlernt hätten.“ Markus. „Das ist ja die Nachkrieggeneration, da war nicht alles möglich, aber der Filius durfte alles... nein. Aber ich habe schon ziemlich früh gemerkt, dass Musik hören mich nicht befriedigt. Ich wollte das auch haben, was machen. Ich wollte was lernen, wollte dazugehören zu den Leuten, die bei anderen Leuten im Zimmer an der Wand hängen. Dann habe ich mich sehr stark selbst dafür eingesetzt, ein Instrument zu lernen. Ich wurde nie gezwungen, das zu tun. Ich wollte das von mir aus.“ SiSA: „Du warst mal bei der Augsburger Band "Unimployed Ministers". Was hast du da gemacht?“ Markus: „Da war ich Gitarrist und Co-Songautor.“ SiSA: „Was bedeutet AromA - wie bist du auf die Bezeichnung gekommen? Wieso schreibst du das A am Ende groß? Soll das bedeuten, dass man das Wort AromA auch rückwärts lesen kann?“ Markus: „Das ist der alte Schriftzug. Das war nie gewollt, beim neuen Schriftzug sind auch alle Buchstaben gleich groß. Das soll auch nicht auf den klassische Rückwärtsspieleffekt hindeuten. Ich wollte einfach einen schönen, wohlklingenden Namen haben und ich wollte ihn kurz und prägnant haben. Mit Aroma verbindet man grundsätzlich etwas Angenehmes – entweder in der Nase oder im Mund. Es ein angenehmes Feeling, das Aroma verbreitet. Das sollte schon mitschwingen.“
Markus: „Ich glaube, dass ich in den Menschen eigentlich ein Wohlbefinden erst mal hervorrufen will. Ich möchte mit meiner Musik erst mal eins: unterhalten. Und das klingt eigentlich oberflächlich und profan. Ich glaube, dass das in der heutigen Zeit eine schwierige Aufgabe ist. Die Zeiten sind so hart und so prall in jeder Form. Alle Leute zerren an einem herum, wollen was, alles ist laut und hektisch. Ich möchte dagegen, um auch auf den Namen zurückzukommen, lieber ein Wohlgefühl verbreiten .Wenn man sich für 3 Minuten in mancher Menschen Hirn oder Bauch einschleichen kann, oder vielleicht den ganzen Tag oder ein Platte lang – wie auch immer – je länger desto besser. Dann ist das sehr schön, wenn Leute mit meiner Musik ein angenehmes Feeling verbinden . Mein zweiter Ansatz ist der: ich ziele immer gerne auf das Tanzbein. Ich spiele sehr stark mit der Band-Attitüde. Ohne jedoch Dance-Musik im klassischen Sinne zu machen. Aber ich liebäugle so mit House und Disco. Ich packe das von den Grooves her immer in die Songs rein. Deshalb ist sie grundsätzlich auch sehr tanzbar, die Musik.“ SiSA: „Hast Du eine bestimmt Zielgruppe im Kopf oder willst du einfach alle ansprechen?“ Markus: „Ich sehe da den Sechs- bis Sechzigjährigen. Einfach alle, die aufgeschlossen sind und gerne Musik hören. Eigentlich ist er mir egal – wenn jemand meine Musik mag, dann ist er ein guter Mensch.“ SiSA: „Wie findest du das X-Large auf dem Plärrer-Gelände im Vergleich zu X-Large in der City?“ Markus: „Natürlich erst mal ungewohnt. Im ersten Gang denkt man natürlich an den Rummel vom Plärrer. Da muß man sich in der Denke erst mal umstellen. Ich habe auch am ersten Tag ein bißchen gebraucht, um reinzukommen. Jetzt gefällt es mir aber sehr gut. Ich finde es gut. Es gibt eine gewisse Chance, dass es den Stadtfestmief verliert und mehr Festival wird. Das finde ich positiv. In der Stadt ist es auf eine Art uriger, weil alles in diesen kleinen Fassaden stattfindet. Dort, wo sonst die Brunnen blubbern wird plötzlich eine Bühne aufgebaut und es geht tierisch was ab. Beides hat seinen eigenen Charme. Man muß es einfach mal passieren lassen. Hinterher kann man dann sagen, was besser war. Ich finde es zum Beispiel eine super Idee, dass man eine Autoscooter als Dance-Floor hernimmt.“
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