De Phazz - die Heidelberger im Interview mit SiSA
SiSA: "Hallo De Phazz. Seid ihr gut angekommen in Augsburg?"
De Phazz: "Ja, super. Wir sind mit der Kirche um's Dorf gefahren. Wir hatten eine gefaxte Wegbeschreibung und die war etwas schwer zu lesen. Aber wir haben's geschafft."
SiSA: "Eure Musik ist eine Mischung aus vielen Musikstilen, bewahrt sich aber eigenen Charakter. Welche Richtungen fließen ein und wie würdet ihr euren Sound beschreiben?"
De Phazz: "Das ist so ein Arbeitsprozess, der fängt damit an, dass mich Klänge irgendwie amüsieren oder auch begeistern. Mit denen arbeite ich dann und dann werden die den einzelnen Sängern und Musikern angeboten und entweder es kommt was zurück oder nicht. Im besten Fall kommt was zurück und zwar "Oh, da hab ich ne Idee", irgendein Text oder "da könnte man über das Thema schreiben". So entsteht das spielerisch über eine Phase von 3 bis 6 Monaten."
SiSA: "Pat, du bist die Sängerin. Wie bist du zu diesem offenen Bandprojekt gestoßen? Wie habt ihr euch kennen gelernt?"
De Phazz: "Wenn man Heidelberg kennt, weiß man, das ist eine sehr kleine Stadt. Aber sie hat eine kleine rege Musikszene, gerade Livemusik. Und da sind wir uns alle schon einmal begegnet. Ich bin erst bei dem zweiten Album dazugestoßen, hatte gerade so eine Latino-Phase. Und da war eben gerade ein Titel frei oder es waren sogar zwei und da kam noch ein dritter dazu und es war eben ganz gut. (Pit) Meine Theorie ist, ein ganz bestimmtes Lied sucht sich seine ganz bestimmten Künstler. Bei "Mambo" war es so, die hat eigentlich auf die Band gewartet. Die Nummer war ganz spät fertig erst und ist dann am Schluss eine der Bedeutendsten geworden, weil's auch die Single war. Ich bin der Meinung, so ein Lied ruft dann nach dir."
SiSA: "1997 wurde das Bandprojekt gegründet. Seid ihr jetzt eine feststehende Gruppe, zu der andere Künstler dazustoßen können?"
De Phazz: "Ja, wir nennen das offenes Projekt obwohl es sich jetzt schon ziemlich auf uns vier, also Pit, Roy, Otto und mich stützt. Ab dem dritten Projekt, also der dritten Platte, hatte sich das schon heraus kristallisiert. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt. Das offene Projekt passiert mehr im Studio mit Experimenten. Wenn da Gäste auftauchen und wir sehen, es passt, dann kann man das auch gerne machen. Auf der Bühne ist es ja so, wenn man unterwegs ist, muss es sich so einspielen. Es ist gut, wenn man immer die gleichen Leute dabei hat. Man muss sich präsentieren."
SiSA: "Ihr habt von "Mole" zu "Universal" gewechselt und schon kam die dritte Platte "Death by Chocolate" heraus. Welche Gründe gab es für den Wechsel?"
De Phazz: "Death by Chocolate" war schon lange fertig. Ein maßgeblicher Grund war auf jeden Fall die Perspektive. Wenn du mit sehr vielen Musikern unterwegs bist und sehr viele Musiker Zeit aufbringen, dann musst du diese Zeit wiederum honorieren. Das heißt es muss sich finanzieren. Und je mehr Musiker es werden, desto mehr Geld musst du beschaffen, um das am Leben zu halten. Da hat eine Major-Firma (Universal) ein ganz anderes Standing als ein Independent-Label. Das ist eigentlich schade, aber es ist einfach so. Bei Fernsehsendern öffnen sich ganz andere Türen, wenn du als Universal anrufst, als wenn du als Mole anrufst. Und das war so ein Grund zum Beispiel."
SiSA: "Seid ihr durch Universal berühmter?"
De Phazz: "Weiß ich nicht. Sie haben auf jeden Fall ne tolle Arbeit gemacht, genauso wie Mole vorher. Du musste ne gute Platte haben, die man auch herzeigen kann, sonst nützt dir die ganze Promo und gutes Marketing nix. Damit fängt es an und dann musst du eben die richtigen Leute am richtigen Platz haben. Wir haben das Glück, dass wir ganz tolle Leute getroffen haben und das Resultat ist eben dann irgendwann der Chart-Einstieg auf 20 gewesen, obwohl wir im Radio nicht so präsent waren. Und das spricht eigentlich für eine ganz solide Band- und Fankultur und das freut mich persönlich am meisten. Man könnte auch meinen "Qualität setzt sich durch".
SiSA: "Wie interessant ist für euch der internationale Markt? Wo wollt ihr hin?"
De Phazz: "Das muss man abwarten. Wir haben jetzt die Möglichkeiten durch die Platten-Veröffentlichung durch die einzelnen Länder zu fahren. Wir waren in Frankreich im letzten Jahr, waren jetzt grade in Portugal und jetzt dann die Veröffentlichung im September in England und Amerika. Da muss man einfach mal kucken, wie die Resonanz ist und ich vertrau da auf die Lieder die wir haben. Underground-mäßig sind wir schon relativ gut vertreten. Ich war in Amerika und hab gesehen, dass unsere Platten verkauft werden. Jeder bessere Independent-Laden hat dann auch De Phazz."
SiSA: „Sind jetzt schon Touren international geplant? Wann geht’s wieder durch Deutschland?“
De Phazz: „Wir werden wohl noch in Deutschland im Herbst ne Tour machen, weil die Letzte relativ ausverkauft war und das könnte man jetzt noch ein bisschen ausdehnen und die Spielorte verlagern. Wie das dann im Ausland aussieht ist noch schwierig zu sagen, weil wir ja eine ziemlich große Band sind. Und die dann alle nach USA, sagen wir mal 12 Leute inklusive Techniker, rüberzuschiffen, da muss man doch schon einige Platten verkauft haben, damit das die Plattenfirma mitmacht. Das müssen wir jetzt mal schauen. Wäre auf jeden Fall toll für uns.“
SiSA: „Wie würdet ihr selbst sagen, wie berühmt seid ihr?“
De Phazz: „Wir wissen’s manchmal nicht so genau. Wir sind manchmal überrascht, wie berühmt wir sind. Es ist auch oft so, dass man den Namen sagt und die Leute einen gar nicht so kennen. Wenn man dann aber was vorsingt, sagen sie „ach, das seid ihr“. Der Name scheint in Deutschland nicht so geläufig zu sein. Bei den vorangegangenen Projekten war es so, dass die Lieder alle im Fernsehen verbraten wurden. So als Trailer oder Hintergrundmusik, was auch immer, aber kein Mensch hat damit den Namen „De Phazz“ in Verbindung gebracht.“
SiSA: „Wir sind schon gespannt auf eure Performance. Was erwartet mich auf eurem Konzert?“
De Phazz: „Wir haben Tänzerinnen, Videos, Sänger, Live-Musiker und das alles verwurschtelt. Wir haben ein ziemlich durchkomponiertes Programm, das wir heute leider nicht spielen können, weil wir ein bisschen kürzer dran sind. Aber ich glaube, dass es trotzdem funktionieren wird. Wir müssen mal sehen, wenn’s ein bisschen dunkler wird und die Stimmung kommt und dann kommt hoffentlich diese „De Phazz-Magie“ rüber.“
SiSA: „Dann viel Erfolg bei eurem Konzert und Danke für das Inteview!“