| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 22/07/2001 | ||||||||||||||||
Gotthard - Musik aus Sympathie und SpontanitätSiSA-Redakteurin Jenny Burmeister sprach mit Marc Lynn, dem Bassisten der Schweizer Hardrock Band.
Gotthard: " Nun ja, das ist so, man trifft sich halt mal in der Bar, interessiert sich dafür, was die anderen so machen, trifft sich wieder und beschließt, ´n Jam zu machen, aus Sympathie und Spontanität. Alles so Zufälle, wo man sagt: "Lass uns mal Spaß haben." SiSA: " Es gab `92 schon Videoclips von euch, die auf MTV liefen und ihr ward auch für den World Music Award nominiert."
SiSA: " Und den International Music Award habt ihr sogar schon gewonnen." Gotthard: " Indirekt. Sagen wir mal so, wir gewinnen ihn praktisch jedes Jahr für die Schweiz, aber der DJ Bobo verkauft eben viele Platten an Kinder, was bei uns wegfällt. Letztes mal hieß es, er geht an Gotthard, aber im Grunde geht er an DJ Bobo. Das ist uns auch egal, der Bobo ist ein Freund von uns, wir kennen ihn gut. Goldene Schallplatten sind uns da zum Beispiel wichtiger." SiSA: " Da habt ihr ja auch schon ganz gut abgeräumt. Und ihr seid auch gleich richtig durchgestartet. Wie kam es denn zu dem schnellen Erfolg?" Gotthard: " Erstens hatten wir ´ne gute Werbung und ´ne gute Plattenfirma und wir versuchten schon immer, Qualität zu bieten, auch auf den Konzerten. Immer oben an der Messlatte zu sein, das ist uns wichtig. Und man sollte alles versuchen, auch wenn mal ein Risiko dabei ist, solange man Qualität bieten kann, vor allem live."
Gotthard: " Das ist das Interesse der Plattenfirma, die sagt: "Das ist ´ne interessante Band, die veröffentlichen wir." `Ne Promotour, die dann gut ankommt und so geht das weiter. Letztendlich entscheiden die Fans, was sie mögen, und dadurch entscheidet sich, ob es sich lohnt, eine Band zum Beispiel nach Japan rüberzuholen. Im Herbst werden wir dort wieder eine Tour machen." SiSA: " Gibt es Unterschiede zwischen dem europäischen und dem japanischen Publikum?" Gotthard: " Nein. Na gut, es gibt natürlich schon Reaktionsunterschiede, aber ich denke, wenn einer dich mag, dann mag er dich und dann zeigt er das. Bei den Japanern bist du weiter weg von den Leuten, da bist du abgeschirmter, wobei sich das inzwischen auch schon wieder ein bisschen geändert hat."
Gotthard: " Ja, das ist "One Life One Soul". Montserrat kam auf uns zu und fragte, ob sie diesen Song haben dürfte und ob wir bereit wären, was mit ihr zu machen. Natürlich waren wir das, das ist schließlich eine große Ehre für uns." SiSA: " Wie würdest du sie in wenigen Worten beschreiben?" Gotthard: " Ich sag´s ganz einfach. Was sie zu uns gesagt hat ist, dass sie im Musik Business nicht mehr an Freundschaft geglaubt hat, nach Freddie Mercury. Und jetzt hat sie wieder eine kleine Hoffnung. Immer wenn wir uns trafen, nahm sie uns rechts und links an die Brust. Sie merkte einfach unsere Ehrlichkeit und Offenheit und dass wir einander respektieren." SiSA: " Ihr habt euch sicher nach St. Gotthard benannt. Wie kamt ihr darauf?" Gotthard: " Wir wohnen ja im Süden der Schweiz, in Lugano und Umgebung und wir wollten Nord- und Südschweiz voneinander abtrennen. Eine natürliche Grenze ist Rock und Rock spielen wir ja, und "hart" und "göttlich" ist drin. Wir wollten einfach anders sein als alle anderen, die sich "Fire" oder ähnlich genannt haben. Wir können so englisch sein, wie wir wollen, wir sind trotzdem Schweizer, und das wird immer beschrieben. Und dann hast Du noch kostenlose Promotion auf der Autobahn." SiSA: " Wer schreibt bei euch die meisten Texte?"
SiSA: " Habt ihr eine Lebensphilosophie oder Religion, nach der ihr lebt?" Gotthard: " Ich habe eine und die ist ganz einfach. Versuche, dich selber jeden Tag glücklich zu machen. Und wenn ich morgen sterben muss, will ich die Daumen noch oben haben... dass ich einfach jeden Tag mit dem zufrieden bin, was ich mache." SiSA: " Was ist für dich ein perfekter Tag?" Gotthard: " Wenn man einfach immer einen Schritt vorwärts geht, mit dem, was man macht. Sei es ein gutes Konzert, ein guter Song. Wenn man einfach vom Kuchen wieder ein Stück abgearbeitet hat. Alles eben, was mich einen Schritt weiterbringt, auch Kleinigkeiten."
Gotthard: " Die Bühnenkleidung. Das ist das wichtigste. Und ich muss immer meinen Laptop dabei haben, um die Homepage zu gestalten oder Berichte zu schreiben. Leo hat immer ´nen kleinen Koffer dabei mit Gitarrenverstärker, damit er unterwegs spielen kann und Henna ein kleines Elektroschlagzeug. Steve ist einer, der gern mal ein Buch liest. Wichtig sind auch die neuesten DVD- Filme, damit immer was los ist, und für mich am allerwichtigsten, wenn Formel 1-Rennen sind, dass ich ´nen Fernseher hab - zur Not kauf ich mir einen." SiSA: " Ihr seid ja viel unterwegs. Was gefällt euch an eurem Musikerleben und was nervt manchmal?" Gotthard: " Also, was manchmal nervt - wenn nach dem Konzert nichts mehr los ist, wenn du nicht mal mehr ein Bier trinken kannst. Da fühlst du dich wie ein Instrument, das zurück in den Koffer kommt. Und respektlose Fans, aber die meisten sind doch sehr nett. Am meisten Spaß macht auf jeden Fall das Zigeunerleben - heute hier, morgen dort."
Gotthard: " Das kann man nicht so genau sagen. In Hallen zu spielen ist wie in einem Lokal essen zu gehen, und Open Air ist dann eher wie eine Grillparty. Das hat beides seinen Reiz." SiSA: " Was wünscht ihr euch für die Zukunft?" Gotthard: " Gesundheit, gute Ideen für Songs, weiterhin die gute Freundschaft, die wir haben und Spaß mit dem, was wir machen."
|
||||||||||||||||
| https://sisa2.hokeypokeyland.org//neues/interviews |