| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 24/10/2001 | ||||||||||||||||||
Reggae Corner Augsburg(jb) Seit nun schon drei Jahren liegt direkt hinter dem Zeughausplatz eine kleine Oase für Liebhaber von Reggae, Vinyl und netter Gesellschaft: Hometown Music, vielen bekannt als Reggae Corner, sind 12 gehaltvolle Quadratmeter Plattenladen im kleinen Katharinengäßchen 10. Dort wird man von den Inhabern Georg Höglsperger aka "Purple Star" und Thomas Zerle aka "Jah T" mit bestem Roots, Dub und Dancehall versorgt. SiSA-Redakteurin Jenny Burmeister sprach mit Thomas Zerle von Hometown Music:
Reggae Corner: " Die Reggae Corner gibt's seit Juli '98. Die Idee ist eigentlich dadurch entstanden, dass es zu der Zeit einfach schwierig war, Platten zu bekommen, ganz klar, auch für unser eigenes Sound System. Aber auch, um den Sound ein bisschen zu verbreiten, was uns ja, denk ich, auch ganz gut gelungen ist, weil man ja mittlerweile wirklich viel Reggae hört." SiSA: " War es denn schwierig, die passende Location zu finden?" Reggae Corner: " Ja, weil unsere finanziellen Mittel natürlich nicht so gewaltig sind. Reggae sollte auf jeden Fall 'ne zentrale Lage haben, weil es doch ein Underground Sound ist und man deswegen auf die Leute zugehen muss. Man kann den Laden nicht einfach in die Vorstadt stellen. Es war schon relativ schwierig, was Günstiges in der Stadt zu finden, deshalb auch nur der kleine Laden."
Reggae Corner: " Wir haben in erster Linie Vinyl-Reggaescheiben, weil das mehr oder weniger 'n Monopol von uns ist und dadurch der Laden läuft. Als Zusatzangebot haben wir natürlich CDs. Seit eineinhalb Jahren sind auch die Singles dabei, weil immer mehr Leute Reggae hören und selber auflegen, da ist die Single dann sehr begehrt." SiSA: " Und Bücher und Videos?" Reggae Corner: " Das ist dann noch das Nebending. Das ist ja kein Business-Laden, wir leben nicht davon. Das ist mehr ein Laden, der die Musik verbreiten soll, die Ideologie, beziehungsweise einfach die Vibes `rüberbringen soll und dafür bietet es sich an, Bücher zu verkaufen oder Accessoires, wie Anstecker oder Ähnliches."
Reggae Corner: " Viel aus dem Ausland, England, Holland, ..." SiSA: " Ihr sprecht ja in gewisser Weise eine bestimmte Zielgruppe an. Wer kauft tatsächlich bei euch? Sind das hauptsächlich Stammkunden oder kommen auch viele Leute vorbei, die gewöhnlich andere Musik hören und sich einfach mal für was Neues interessieren?" Reggae Corner: " Letzteres ist ganz minimal, das sind vielleicht 5 - 10%, die einfach mal zwischendurch vorbeikommen und mal Reggae mitnehmen. Der größte Teil sind Stammkunden." SiSA: " Und da läuft dann sicher auch viel über Mundpropaganda."
SiSA: " Die Reggae Corner ist ja auch einer der wenigen oder sogar der einzige Plattenladen in der Gegend, der sich auf Reggae spezialisiert hat." Reggae Corner: " Nicht nur in der Gegend. In München gibt's wohl noch einen, in Ulm und das war's eigentlich." SiSA: " Wie weit ist denn dann das Einzugsgebiet eurer Kunden?" Reggae Corner: " Zum Teil München, Donauwörth, ... also im Umkreis von 40 bis 50 Kilometern um Augsburg rum gibt's auf jeden Fall Kundschaft."
Reggae Corner: " Garnicht (lacht). Ja gut, das sieht man ja an den Öffnungszeiten. Wir haben Montags von 15 bis 20 Uhr, Donnerstags von 16:30 bis 20 Uhr und Samstags von 11 bis 16 Uhr geöffnet, das ist schon ungewöhnlich." SisA: " Habt ihr Special-Angebote?" Reggae Corner: " Wir haben ab und zu schon Sonderangebote. Singles, die älter als drei Monate sind, gibt's billiger, manche CD's, und vor allem in der Weihnachtszeit haben wir viele Angebote."
Reggae Corner: " Mir hat schwarze Musik schon immer gut gefallen, weil meine Mutter immer Blues gehört hat und das hab ich dann schon mit 10, 11 auch immer gehört. Meinen ersten Reggae hab ich gehört mit 13, 14, natürlich Bob Marley, ganz klar, wie die meisten. Meine Liebe zu dieser Musik, die kommt daher, weil's mehr als Musik ist. Reggae ist sogar mehr als ein Lebensgefühl, es ist schon fast 'ne Überzeugung. Die Religion, Rastafari, spielt natürlich auch in den Texten 'ne große Rolle. Aber es gibt ja genug Leute, die sich damit nicht beschäftigen und trotzdem gerne Reggae hören, weil's einfach Vibes hat, das ist dann das Gefühl. Bei mir geht das viel tiefer, diese Message. Ich sehe, dass die Rastafari-Lyrics genial sind, und heutzutage einfach die einzigen Lyrics sind, die das Weltgeschehen treffend erklären können." SiSA: " Und die verstehst du auch alle?" Reggae Corner: " Ich versteh sie nicht wirklich alle, weil mir Patois in dem Sinne auch nicht so geläufig ist, aber das, was man nicht versteht, kann man sich denken. Man kennt Artists, man weiß über was sie singen und was sie für 'ne Haltung haben. Wenn man Bob Marley hört, Roots Reggae, das ist ein Englisch, was man gut verstehen kann. Wenn man damit anfängt, dann weiß man, was Reggae aussagt, und dann macht es auch nichts, wenn man mal ein paar Wörter nicht versteht."
Reggae Corner: " Ja, aber das letzte mal allerdings vor 11 Jahren." SiSA: " Was ist denn dein momentanes Lieblingsalbum?" Reggae Corner: " Das ist Norris Man, "Better Your Soul", gibt's aber leider nur auf CD. 'Ne superschöne Scheibe." SiSA: " Hattet ihr schon mal richtig hohen Besuch im Laden?" Reggae Corner: " Ja, was Musiker angeht schon. President Brown ist ein relativ bekannter Mann aus Jamaica. Aber auch aus England Leute wie Jah Free und Vibronics waren schon hier. Und Determine und Kulcha Knox." SiSA: " Ihr habt ja selber auch ein Soundsystem - Japhet Sound. Wo kann man euch in nächster Zeit bewundern?"
SiSA: " Ihr nennt euch "Purple Star" und "Jah T". Sind das Künstlernamen?" SiSA: " So nennen wir uns, wenn wir im Sound auflegen, oder als Nickname überhaupt. "Purple Star" kommt z.B. von einer Rastafari-Bewegung, den "12 Tribes Of Israel". Die benennen jeden Monat mit 'ner Farbe, bzw. mit Eigenschaften. George ist im Juni geboren und Juni ist "purple". Deswegen nennt er sich "Purple Star"." SiSA: " Drei Gründe, warum es sich auf jeden Fall lohnt, hier mal reinzuschauen."
SiSA: " Vielen Dank für das Gespräch." |
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