SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 07/02/2002

Endlich wieder ein Internet-Cafe in Auxburg. Wir haben für euch nachgeschaut und nachgefragt.

Wer zu Hause keinen eigenen Internetanschluss hat und auch nicht auf den Uniserver zurückgreifen kann, dem ist mit Sicherheit schon aufgefallen, was es in Auxburg bisher noch nicht gab: Ein Internetcafé. Doch in diesen Tagen ist die e-Lounge aus der Taufe gehoben worden, ein nagelneues „Kommunikationszentrum“ in der Brückenstraße 20 zwischen Berliner Allee und Stephinger Berg. Dort warten 10 Rechner mit Internetanschluss und für Netzwerk-Spiele, eine Playstation, aber auch analoge Spiele, wie Mühle oder Schach, auf die ersten Besucher. Die Betreiber gedus & freunde, gleichzeitig auch die Macher von Pseudo und dem Kneipenguide, wollen damit verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation aufgreifen, die auf dem Markt geboten sind. SiSA sprach mit Christian Nägele von gedus & freunde:

Seit wann gibt es gedus & freunde?

Circa seit viereinhalb Jahren. Wir haben angefangen als Werbeagentur, und daraus sind dann verschiedene Ideen geboren, wie zum Beispiel das Pseudo, der Kneipenguide und jetzt die e-Lounge.

Wie ist die Firma, bzw. die Idee entstanden, gedus & freunde zu gründen?

Ein Jugendfreund und ich haben früher in einer Münchner Agentur gearbeitet, und da ist uns die Idee für ein Konzept für die Spirituosen-Industrie gekommen. Das haben wir dann ausprobiert, es hat gegriffen, und so ist gedus geboren.

Das Team hat sich inzwischen sicher erweitert. Wer gehört denn jetzt dazu?

Im Moment sind das sieben Personen, der Christian Voithenleitner, der Christian Kaufmann, der Christian Nägele, der bin ich ...

Dürfen hier auch Leute arbeiten, die nicht Christian heißen?

Ja, wir hatten vor 1 1/2 Jahren ‘ne „Harry-Aera“, da gab’s drei Harrys hier, jetzt gibt’s drei Christians. Bis vor Kurzem hatten wir auch noch einen Praktikanten, der so hieß – du kannst dir vorstellen, was hier los war, wenn man „Christian“ gerufen hat. Dann gehört noch der Jens Severin dazu, die Sabine Huiss (Buchhaltung), Linus Schullan (Vertrieb), unsere Praktikantin Gabi Wolf und unser freier Mitarbeiter Georg. Es gibt auch noch einige andere, die am Kneipenguide mitarbeiten, aber das ist dann mehr projektbezogen.

Ihr wollt jetzt den Kneipenguide auch auf andere Städte ausweiten. Was habt ihr für konkrete Pläne?

Wir haben vor, das Projekt weiter auszudehnen, also einen Kneipenguide Deutschland draus zu machen. Im Moment ist Augsburg, Freiburg, Marburg und München dran. München wird jetzt das Pilotprojekt für unseren Sponsor Afri Cola, und wenn das zieht, werden wir die anderen 28 Städte in Angriff nehmen.

Dann braucht ihr aber ‘ne Menge trinkfester Mitarbeiter. Wollt ihr die Kneipen alle selber testen, oder sucht ihr euch dann Leute vor Ort?

Wir suchen uns dann schon Leute vor Ort. Jeder betreut dort sein Projekt, und die technische Betreuung läuft von hier aus.

Im Pseudo seid ihr ja nicht gerade auf den Mund gefallen, und auch im Kneipenguide seid ihr kritisch. Gab’s schon mal richtig Ärger mit jemandem, der sich angegriffen gefühlt hat?

Wir haben einen gut gefüllten Ordner mit irgendwelchen Anwaltsachen. Aber bisher sind alle Geschichten gut ausgegangen, wir haben immer eine Lösung gefunden. Das bezieht sich aber mehr auf das Pseudo, denn im Kneipenguide ist die Bewertung objektiv und wird vom Besucher selber gemacht. Im Pseudo gehört es einfach zum Konzept, das es offen und ehrlich ist.

Und was hat am meisten Ärger verursacht?

Zum Beispiel hat sich im Pseudo Ulm, das wir inzwischen an Subculture verkauft haben, mal ein Mädchen oben ohne ablichten lassen, die auch die Genehmigung zur Veröffentlichung unterschrieben hat. Das wurde dann leider auch gedruckt, und sie hat geklagt. Aber nach einem halben Jahr Briefwechsel mit ihrem Anwalt hat sie dann eingesehen, dass sie eben unterschrieben hat, und hat die Klage zurückgezogen.

Ihr habt gerade die e-Lounge eröffnet. Wofür steht das „e“?

Das "e" steht für electronic und ist abgeleitet von e-Mail. Das Wort „lounge“ haben wir gewählt, weil „Café“ für uns Kommunikation bedeutet, und in ‘nem Internetcafé werden soziale Kontakte in diesem Sinne nicht geknüpft, da findet Kommunikation auf einer anderen Ebene statt. Deshalb wollen wir hier auch ’ne kleine Spiele-Ecke einrichten, wo man Brettspiele wie Baggammon oder Schach spielen kann, wenn man z.B. warten muss oder einfach Lust drauf hat.

Was bietet ihr sonst alles an in der e-Lounge?

Wir haben 10 Rechner, dabei kann man auf 6 Rechnern surfen und auf 4 Rechnern Netzwerkspiele machen, das werden wir alles auch noch weiter ausbauen. Darüber hinaus kann man ausdrucken, CDs brennen lassen, alles, was das Herz begehrt. Wir achten natürlich auch darauf, dass die Inhalte passen, also dass niemand was runterzieht, das illegal ist, z.B. Seiten mit rechtsradikalen Inhalten. Sexseiten sind geblockt, man kann hier seine Kinder bedenkenlos reinschicken, da passt immer jemand auf.

Was kostet surfen bei euch?

Eine Stunde kostet 3 Euro. Der Preis hat sich aus Erfahrungswerten ergeben, wir haben ja auch im Pow Wow und im Brewbakers je zwei Internetstationen, das ist dort reines Surfen. So ist auch die Idee der e-Lounge entstanden.

Es gab ja auch bisher kein Internetcafé in Augsburg.

Vor ein paar Jahren gab es mal ein Internetcafé - das "Nexus" - aber die waren glaub ich zu früh dran. Es gibt hier schon einen Mißstand. Anfangs dachten wir auch, dass jeder seinen Computer zu Hause hat und surft, wie er lustig ist, aber es ist nicht so. Das haben wir gemerkt, als wir im Pow Wow die ersten zwei Rechner aufgestellt haben.

Greift ihr auch hilfreich unter die Arme, wenn sich jemand nicht auskennt?

Die Schulungen kommen später, aber auch jetzt sind wir natürlich behilflich. Neulich war eine ältere Dame bei uns, die das gerne mal ausprobieren wollte. Wir haben ihr alles gezeigt, und die war auch wirklich nicht auf den Kopf gefallen. Die hat das schneller verstanden, als so manch andere Leute, die jünger sind.

Gibt’s ‘ne Eröffnungsparty?

Es wird auf jeden Fall eine geben, wir wissen aber noch nicht wann. Wir sind gerade komplett im Stress mit Kneipenguide und mit Pseudo. Es wird alles umstrukturiert, es gibt ‘ne neue Pseudo-Seite, es wird ‘ne neue gedus-Seite kommen, die Kneipenguide-Seiten werden überarbeitet, und dann natürlich ‘ne neue e-Lounge-Seite. Dann arbeiten wir noch für unsere Kunden und damit sind wir erstmal gut ausgelastet. Aber die Party wird kommen.

Die e-Lounge ist jetzt nicht gerade mitten in der Innenstadt. Wie kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln am schnellsten zu euch?

Mit der 1 bis zur Pilgerhausstrasse, dann mit dem 35er Bus bis Stephinger Berg und dort fängt gleich die Brückenstrasse an. Dafür gibt’s hier aber auf jeden Fall mehr Parkplätze, als in der Innenstadt, vor allem auch abends. Eine genaue Wegbeschreibung findet ihr hier.

Was habt ihr für Öffnungszeiten?

Das ist noch nicht so ganz klar. Erstmal von 10 bis 20 Uhr, wir wollen aber bald schon länger öffnen. Wir sind ja keine Gastronomie, diesen Weg haben wir am Anfang auch absichtlich gewählt, deshalb auch die Automaten. Jeder kann sich hier seinen Kaffee holen, der ist auch übrigens sehr gut, alkoholfreie Getränke, und alles was weiter passiert, wird man sehen. Es ist schon angedacht, dass das ganze mal eine Art Café-Bar wird, aber nicht in dem Sinne von Gastronomie.

Führt ihr selber auch Veranstaltungen durch?

Das haben wir gemacht, im Moment aber nicht, weil wir sonst mit der Arbeit nicht mehr hinterherkommen würden.

Habt ihr für die Zukunft weitere Projekte geplant?

In der näheren Zukunft erstmal nicht, aber wir haben ‘ne Schublade voller Konzepte, die wir noch durchführen wollen.

Was ist eure Philosophie?

Alles was Spaß macht ohne Einschränkungen, solange es korrekt läuft.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.

https://sisa2.hokeypokeyland.org//neues/interviews