| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 31/01/2002 | ||||||||||||||||
Walkner.Moestl - die Wiener DJs im Gespräch mit SiSAWer an Wien denkt, denkt wahrscheinlich zuerst an Schnitzel, Kaffeehäuser oder Kommissar Rex. Wer sich allerdings mit Musik auskennt, wird sofort an den chilligen Dub-TripHop denken, der das Nachtleben dieser Stadt prägt. Walkner.Moestl sind ein Teil dieser Electro-Welle, die mit Kruder&Dorfmeister ihren Anfang nahm. SiSA sprach mit Uwe Walkner in der Mahagoni Bar über dies, das und jenes:
Erstens nennt sich auf der ganzen Welt sonst niemand so. Zweitens ist es Trademark bei G-Stone und ein bißchen auch für Wien. Das hat sich damals so zugetragen, dass wir, Karl Moestl und ich, einfach die erste Platte produziert haben, die ersten vier Tracks, und FM 4 hat das ausgestrahlt. Richard Dorfmeister sitzt vor dem Radio, hört sich das an und sagt: „O.K., super, das möchte ich gerne haben.“ Damals haben wir uns noch Fantasienamen gegeben, der damalige Name war „Bluish“. Es ist dann zu einem Gespräch zwischen dem Herrn Dorfmeister und uns gekommen und wir haben uns so geeinigt, dass wir eine Plattform haben, um unsere Sachen zu veröffentlichen. Das war nicht auf Vertragsbasis, ganz locker, und dann kamen wir auf das Thema ‚Namen‘. Es war nicht schlecht, dem ganzen ein Trademark zu geben. Walkner.Moestl ist einfach unverkennbar, wie Kruder.Dorfmeister, natürlich über allem. So heißen wir eben Walkner.Moestl, warum nicht, Fantasienamen gibt es wirklich zu Hauf. Außerdem haben wir jetzt die Möglichkeit, uns zum Beispiel für Solo-Projekte Fantasienamen zu geben. Eure letzte EP ‚Heaven or Hell‘ ist von 2000 und liegt somit jetzt auch schon 2 Jahre zurück. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?
In eurer Musik verbindet ihr viele verschiedene Stile miteinander. Seid ihr so vielseitig in eurem Musikgeschmack?
Wo holt ihr euch eure Inspiration, wann kommen euch die besten Ideen? Die besten Ideen hat bei uns jeder spontan im Kopf. Bei unserem neuen Projekt ist es so, dass vier Leute im Studio stehen und da herrscht einfach eine super Gruppendynamik. Man hat natürlich schon eine Vorstellung im Kopf, wie man die Sache angehen will und wie man den Zuhörer fordert, das ist uns auch immer ein Anliegen.
Sehr wichtig. Bei uns ist die Zusammenarbeit mit dem Publikum ein absolutes Muss, wir wollen unsere Musik natürlich so gut und so oft es geht mit dem Publikum teilen, das ist sehr inspirierend. Habt ihr das Augsburger Publikum schon mal erlebt, wart ihr schon mal in Augsburg? Ich war schon viermal in Augsburg, zweimal hier in der Mahagoni Bar und zweimal im Kerosin, das hat jedes Mal super funktioniert. Das Augsburger Publikum ist sehr offen und wesentlich daran beteiligt, dass in Augsburg eine sehr gute Szene vorherrscht, und auch der Vibe Club von Tom Wieland und Marc Frank.
Man muss erstmal grundsätzlich dazu sagen, wenn wir als Walkner.Moestl auflegen, spielen wir nicht unsere eigenen Sachen. Das ist ja ein DJ-Set mit perkussiver oder auch Bläserunterstützung, je nachdem. Im Laufe der Jahre kriegst du als DJ irgendwie mit, was geht, du hast deinen eigenen Stil. In manchen Clubs kannst du dir sicher sein, das funktioniert, und ich spiel eigentlich nur in solchen Clubs, da kann man nicht viel falsch machen. Es gibt da kein Geheimnis, entweder man spürt das oder man spürt das nicht. Gibt es einen Lieblingsclub oder ein Lieblingsevent?
Was machst du, wenn du nicht im Studio oder an den Turntables stehst? Ich bin gern mit meinen Freunden unterwegs und mit meiner Freundin. Ich versuch mich natürlich so oft wie möglich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, Ruhe zu haben, einen gemütlichen Abend mit meiner Freundin zu verbringen. Das inspiriert mich und gibt mir Kraft. Wieviele Platten hast du zu Hause? Ich hab ungefähr 5000. Und ein eigenes Zimmer dafür?
Bestellst du die meisten Platten? Nein, ich geh in den Plattenladen, hör mir das an, und wenn ich es gut finde, kauf ich es. Außerdem bekomm ich inzwischen sehr viele Promos direkt von den Plattenfirmen zugeschickt, das erleichtert das Ganze natürlich ungemein. Wirst du in Wien oder Linz auf der Straße schon wiedererkannt? Dadurch dass Wien so groß ist, passiert dir das dort eher selten, aber in Linz wissen die Leute sowieso, was ich mach.
Nach Istanbul würden wir gern mal wieder fahren, da hab ich schon zweimal aufgelegt. Istanbul ist eine unglaubliche Stadt, dort zu spielen hat eine besondere Magie. Die Stadt ist extrem pulsierend durch die vielen Einwohner, jeder, der dort war, sagt das, man muss das einfach selber erleben. Budapest ist auch eine wunderschöne Stadt, die Party dort war auch ganz gut. Vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führten Benny Beilke und Jenny Burmeister. |
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