SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 09/03/2002

Charisma und Good Vibes - G-Vibe im SiSA-Interview

Ihre erste Single "The Girl" präsentierte die Augsburger Popband als Opening-Band auf dem X-Large 2001. Jetzt zieht es die sechs Musiker nach intensiver Studioarbeit in die Gewölbe der Mahagonibar, um die neusten Hits vorzustellen. SiSA interviewte die Band in Ihrem Studio.

Woran arbeitet Ihr gerade?

(Falko) An so manchem. (lachen) (Tomek) Wir arbeiten gerade an vielen neuen tollen Songs. Sagen wir mal so, wir haben ein Programm von 20 eigenen Nummern quer durch die Bank - so wie man G-Vibe kennt. Einfach bunt gemischt.

Kann man eure Musik "modern pop" nennen?

(Falko) Im Prinzip ist es eigentlich Crossover. Aber nicht so wie im klassischen Stil, sondern eben ein buntes Gemisch aus vielem Verschiedenen.

Mit welchen Bands ist G-Vibe vergleichbar?

(Falko) Das ist schwierig. Mit vielen und mit keiner. (Mike) Wir machen Reggea, da ist Pop, Soul. Funk ist dabei. Außerdem schreiben wir auch eigene Balladen.

Eure erste Single "The Girl" ist eine Ballade. Erzählt mal von der Scheibe!

(Falko) "The" Girl war die erste Nummer, die wir zusammen gemacht haben. (Tomek) Die Basics waren schon ein bißchen älter. Die meisten Songideen sind schon zwei oder drei Jahre alt und werden wieder neu rausgekramt und bearbeitet. In "The Girl" sollte jeder mal reinhören. Echt gutes Material. Gibts auch auf www.g-vibe.de zum reinhören, zum downloaden und zum bestellen (lachen).

Wie lange arbeitet Ihr schon bzw. noch an den neuen Sachen?

(Tomek) Die Fronten sind noch etwas ungeklärt. Wir versuchen gerade einen Deal mit einer Plattenfirma an Land zu ziehen. Das erste Treffen ist in zwei Wochen und Stand der Dinge ist, dass wir hoffen, miteinander unter Vertrag zu kommen. (Mike) Wenn nicht, wird G-Vibe mit Sicherheit hier in Augsburg auch weiterhin Livekonzerte geben und mit eigener Kraft versuchen, die lokale Szene ein bißchen aufzumischen.

Wo habt Ihr denn in Augsburg schon gespielt?

(Falko) Wir haben das X-Large-Festival eröffnet auf der zweiten Hauptbühne. Nach unserem ehrenwerten Bürgermeister haben wir uns die Mikrofone geschnappt und einen guten Mix aus unserem Repertoire gespielt. Ein Strauß bunter Melodien (lachen). (Tomek) Bei G-Vibe gibt es je nach Giggröße Tänzerinnen, die das ganze visuell unterstützen, weil wir ja keine Boyband sind. (Tomek fängt an zu tanzen) (lachen) Das nimmt uns ja kein Mensch ab.

Seid ihr zu alt, um wie eine Boygroup aufzutreten?

(Falko) Ja. (Mike) Nein, ich glaub das hat mit dem Alter nichts zu tun. (Tomek) Tanzen kannst du auch noch einem 40jährigen beibringen. Das hat eher was mit dem Stil zu tun. Entweder du singst vernünftig oder du tanzt. Wer beides kann ist gut (lachen). Wir konzentrieren uns eher auf die Qualität der Songs, das die Produktionen gut sind und das einfach viel Emotion und vor allem Message rüberkommt.

Habt Ihr Ideale und Philosophien, die Ihr mit Eurer Musik transportieren wollt? Ein besonderes Lebensgefühl vielleicht?

(Tomek) Sowohl als auch. Eine gute Frage. (Falko) Es gibt Songs, die haben direkt eine sozialkritische Message. Nehmen wir einmal "Turn around" her, eine unserer neueren Nummern. Da gehts darum, dass es weiterhin diese große Kluft zwischen Arm und Reich und Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit gibt. Und andererseits sind auch viele Songs dabei, die mehr die Emotion eines Augenblicks wiederspiegeln.

Was ist euch wichtig, wenn Ihr Musik macht?

(Tomek) Was mir persönlich wichtig ist, weil doch ein Haufen Arbeit drinsteckt, ist einfach, dass die Leute eine qualitative Musik bekommen. Man muss den Leuten zeigen, dass es auch gutes Material gibt. (Jeffrey) Wenn wir auftreten, werden die sowieso die Augen aufmachen, oder? (lachen) Und wenn wir auf die Bühne kommen, ist es ganz klar. Ladys and Gentleman (grinst) Get up. Everybody's get up. (Tomek) Vor allem macht es Spaß und wir kommen gerne hier ins Studio. Wir sind alle beschäftigt, zum Teil auch berufstätig. Ich glaube, die Leute kommen hier rein, um einfach Spaß zu haben und eine gute Zeit zu haben.

In eurer Pressemappe steht, Ihr habt mit Sabrina Setlur und Xavier Naidoo auf einem Festival gespielt. Wie war das?

(Falko) Jeffrey, could you tell the story about Sabrina. (Jeffrey) No, I don't want (lachen). (Swift) Die ist echt arrogant. (Tomek) Mein Gott, das war ein Promotion-Gig in Schongau und wir haben im Vorprogramm gespielt. Wir sind da über Bassreflex und das Konzertmanagement hingekommen.

Angenommen ihr bekämt in zwei Wochen einen Plattenvertrag. Was würde sich ändern?

(Swift) Erstmal gar nichts. Das muss man abwarten und sehen, was die wollen. Wenn die jetzt sagen, macht mal 20 Songs fertig, dann musst du erstmal arbeiten. (Tomek) Auf jeden Fall ist klar, dass die Songs Potential haben. Wenn das überregional vermarktet werden würde, dann bin ich mir ganz sicher, da sind Kassenhauer dabei. (Mike)... die in 20 Jahren noch gespielt werden. Classics. EverGreens. Wir machen keine Songs, die vier Wochen da sind und dann in Vergessenheit geraten.

G-Vibe gibt es schon seit über drei Jahren. Wie habt Ihr euch eigentlich kennen gelernt?

(Tomek) Mike und ich machen schon lange Musik, wie eigentlich alle anderen auch. Aber wir waren schon als Kinder zusammen in der Schulband. Irgendwann mal im Sommer 1996 waren wir zusammen im Cafe Max so wie jedes Wochenende und haben uns ein Bierchen reingezogen und dann haben wir gesagt: "Jeder gute Steinmetz kann nur seinen Job gut ausführen, wenn er gutes Werkzeug hat." Genau. Und uns hat das Werkzeug gefehlt. Daraufhin haben wir das Tonstudio eingerichtet. So ging die ganze Sache los. Wir haben dann noch zwei Jahre Vorarbeit geleistet und dann kam im Laufe der Zeit der Jeff dazu, dann der Swift. (Jeffrey) Und dann Baby Brother is coming (lachen) (Tomek) Ja, dann ist der Falko dazugekommen.

Auf dem X-Large und im Arabesque war das Publikum hin und weg von Eurer Live-Performance. Was ist an euren Live-Konzerten so besonders?

(Tomek) Im Augenblick sieht ein G-Vibe-Auftritt so aus, dass wir die Songs live singen und live Gitarre spielen und das andere Drumherum ist Musik-Playback zum größten Teil, weil es einfach vom Technischen sehr aufwendig wäre, solche Konzerte zu gestalten. Auch vom Finanziellen her. Wenn du nur begrenzte Mittel hast, kannst du nicht noch eine Band von sechs oder sieben Musiker holen. Wenn du gute Musiker willst, bekommst du die nicht umsonst. (Jeffrey) Ich bin ein guter Musiker. (Tomek) Du bist nur der Sänger bei G-Vibe (lachen). Außerdem machen wir guten Sound. Die Lines, die wir produzieren, haben Mit-Pfeif-Charakter. Es kommt oft vor, dass jemand der auf dem Konzert war rausgeht und die Nummer pfeift, obwohl er die vielleicht beim Konzert gar nicht so mitbekommen hat.

Euch hält hauptsächlich die Musik zusammen. Was verbindet euch sonst?

(Tomek) Wir sind ein lustiger Haufen, der auf jeden Fall nicht jede freie Minute miteinander verbringt. Jeder hat sein Leben, jeder führt seine Familie. Aber der Punkt ist eigentlich die Arbeit. Das große Ziel, das Hobby einfach mal zum Beruf zu machen. Wir sind alle sehr eng verbunden. (Mike) Musik machen, das brauchen wir einfach. Ohne dem könnte ich nicht leben und alle anderen auch nicht.

Was passiert 2002? Gibt es genaue Pläne?

(Jeffrey) Forward. We're going forward. (Tomek) Möglichst viele Live-Acts spielen und ansonsten im Studio weiterarbeiten. Mal sehen, was 2002 bringt. Man muss immer am Ball bleiben. Wir sind schwer auf der Suche nach einem Management, nach Leuten die das ganze organisatorisch vernünftig in die Hand nehmen könnten. Wir machen tolle Songs und versuchen die so weit wie möglich zu veröffentlichen. That's it.

Was möchtet Ihr uns mit auf den Weg geben?

Was wir los werden wollen ist selbstverständlich, dass am Mittwoch, 13. März 2002, die Mahagonibar voll ist. Das wär wirklich toll. Wir haben noch Mo'Base dabei, der die Leute ein bißchen einstimmen wird und ab 22 Uhr werden dann wir loslegen. Wer Zeit und Lust und Laune auf gute Musik hat, sollte auf jeden Fall vorbeikommen.

Vielen Dank für das Interview.

https://sisa2.hokeypokeyland.org//neues/interviews