SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 08/01/2002

Christina Bianco - Corpo Illuminado

Fado ist die Wehmutsmelodie, die von Sehnsucht, Schicksal, Liebe und Trennungsschmerz erzählt. Bevor das Klagelied gegen Ende des 19. Jahrhunderts gesellschaftsfähig wurde, war es nur in den düsteren Hafenspelunken von Lissabons Armenviertel Alfama, Mouraria und der Bairro Alto zu hören, wo Seeleute, Zuhälter, Prostituierte und Bohémiens verkehrten.

Fado ist die Wehmutsmelodie, die von Sehnsucht, Schicksal, Liebe und Trennungsschmerz erzählt. Bevor das Klagelied gegen Ende des 19. Jahrhunderts gesellschaftsfähig wurde, war es nur in den düsteren Hafenspelunken von Lissabons Armenviertel Alfama, Mouraria und der Bairro Alto zu hören, wo Seeleute, Zuhälter, Prostituierte und Bohémiens verkehrten. Begleitet von einer dickbauchigen guitarra portuguesa und der sanften viola, der klassischen Gitarre, geben sich die fadistas weltentrückt und mit ekstatischem Ausdruck ihrer Klage genießerisch hin: o gosto de ser triste - der Genuß, traurig zu sein.
Die größte aller Fadistas war, nach Meinung der "Experten" Amália Rodrigues. Nach ihrem Tod konnten sich viele der jungen Sängerinnen aus ihrem übermachtigen Schatten lösen und so entfalteten sich die Karrieren beeindruckender Künstlerinnen wie Misia, Dulce Pontes und Christina Bianco. Eben diese Christina Bianco bringt nun ihr neues Album "Corpo Illuminado" auf den Markt. Im Gegensatz zu Dulce Pontes, die immer wieder mit ihren Sounds experimentiert, so gesehen auf "A Primero Canto", bleibt Christina Bianco ursprünglich und unverfälscht. Sie trägt den Fado rein und traurig vor, erzeugt dabei aber eine angenehme Spannung, welche einen bis zum letzten Takt nicht losläst. Für jeden empfehlenswert, der musikalisches Neuland betreten will.

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