17/04 Cafe de Sade 



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| Cafe de Sade - zu schade für die Peitsche |
"Der glücklichste Mensch ist der, der all seine Launen befriedigen kann." Der 1740 geborene Marquis de Sade war ein kleiner Schlingel. Mehrmals saß er im Gefängnis, weil er Frauen eingesperrt, gequält und sexuell missbraucht haben soll. Aus seinem Nachnamen leitete man dann die sexuelle Spielart des Sadismus ab.
"Cafe de Sade" nennt sich ein neuer Sampler, der sich auf den umtriebigen Herzog beruft. In Lack und Leder gekleidete Frauen zieren Booklet und Cover, ich bin gespannnt was mich erwartet. Als ich dann merke, dass "Cafe de Sade" eine sehr gechillte, elektronische Ambient-Platte ist, entspanne ich mich. Nach Sado Maso-Spielen im Stile des Marquis klingt das Ganze irgendwie gar nicht. Ist aber auch gut so. Stattdessen erinnert "Cafe de Sade" an einen entspannten Sommertag am Baggersee. Dass die Tracks "Bondage", "Slave" oder "Doggy Floor" heißen, passt angesichts der Gelassenheit mit der die Platte rüberkommt zwar auch nicht, aber Musik wird ja bekanntlich gehört und nicht gelesen.
Alles in allem ist Cafe de Sade eine schöne Platte, die man eher zu Kuschelsex als zu Peitschenspielchen hören sollte. Mit einem Preis von knapp 30 Euro ist das Teil dann allerdings doch etwas teuer.