Einer der großen Stars der Latin-Welle der letzten Jahre meldet sich mit neuem Album zurück. Seit Ricky Martin, Marc Anthony und
Konsorten lasziv die Hüftchen schwingen, ist es mit dem erotischen Selbstbewußsein der europäischen Männer auch nicht mehr so weit
her. Von wegen Leidenschaft und so. Da lässt sich dann zum Glück wenigstens an der musikalischen Qualität der Künstler
herumkritisieren. Und "Mended" ist ein Paradebeispiel dafür. Frauenkompatibler Kuschel-Schmacht-Sound, der sich so ambitioniert
durch 56 Minuten wimmert, das es schon bemittleidenswert ist. "I Need You", "I've Got You", "I Reach For You". Wenn man dieses
Wörter ein bißchen variiert, hat man fast alle 15 Titel benannt. Aber mal ernsthaft. "Mended" ist Marktkompatibilität in Reinkultur. Nicht
ein Fünkchen experimentell. Auf Hochglanz produziert und ehrlich gesagt totlangweilig.