Silke Bischoff-Sänger war bei 'Arabella'
Der Titel der Sendung war natürlich ein schlechter Witz: "Satanisten vor Gericht - die Hintergründe bei Arabella" (ProSieben, am 1. Februar).
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| Bemühte sich bei 'Arabella' um Aufklärung: Silke Bischoff-Mastermind Felix Flaucher. Bild von: Drakkar Records / e-wave |
Der Titel der Sendung war natürlich ein schlechter Witz: "Satanisten vor Gericht - die Hintergründe bei Arabella" (ProSieben, am 1. Februar). Hintergründe, in einer einstündigen Quasselshow. Zu einem solchen Thema. Haha. Fakt ist, dass zu den "Hintergründen" im "Fall Ruda" mehr gehört, als den Fokus auf die "schwarze" Musikszene zu richten. Mindestens genauso interessant wäre es doch beispielsweise, die Doppelmoral der Medien ins Blickfeld zu rücken, die einerseits den Finger nicht nur auf das durchgeknallte "Satanisten-Paar", sondern gleich auf eine ganze Szene richten, und andererseits mit wochenlanger effekthaschender Berichterstattung diese Mörder zu regelrechten Medienstars aufbauen. Felix Flaucher, Mastermind der Dark Wave-Band Silke Bischoff, bemühte sich bei Arabella um Aufklärung, aber alleine die Tatsache, dass Musiker aus der Gothic- oder Dark-Wave-Ecke überhaupt in eine Talkshow eingeladen werden und erklären müssen, dass diese Szene nichts mit Gewalt und solchen Morden zu tun hat, zeigt, welcher Wall aus Unwissenheit und Vorurteilen unsere politisch korrekte Gesellschaft durchzieht. Dagegen kommt man in ein paar Minuten Redezeit nicht an. Im Gästebuch auf der Homepage der Band (www.silkebischoff.de) wird zurzeit eifrig über den Sinn oder Unsinn von Felix' Talkshow-Auftritt diskutiert. Flaucher selbst äußerte sich im Fan-Newsletter noch einmal. Er habe zu wenig Zeit gehabt, um ausführlich Stellung zu nehmen. Außerdem warnt er vor Nachahmungstätern und verurteilte die Art und Weise, wie "schizophrene Psychos" mit Hilfe der Medien zu Stars hochstilisiert werden. Felix Flaucher: "Den Namen der Täter wird jeder noch in fünf Jahren kennen. Der Name des Opfers war schon am Freitag nicht mehr in der 'Bild' zu lesen." Die Band Silke Bischoff hat sich nach dem Opfer des Gladbecker Geiseldramas (1988) benannt.
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