08/02 NBA Live 2002 



Unbestritten gehören die Spiele der "NBA Live"-Serie von EA Sports zu den besten Basketball-Simulationen, die es für PC und Konsolen zu kaufen gibt. Doch schon die Saison 2001 bot Fans der amerikanischen Profi-Liga wenig Neues. Und auch der Nachfolger "NBA Live 2002", der mit den ehernen EA-Traditionen bricht und erstmals nicht auf dem PC erscheint, kann nicht mit vielen Innovationen und Verbesserungen aufwarten. Einmal mehr war bei EA Sports Feinschliff angesagt, wurden echte Neuerungen gescheut. Das beginnt schon bei den üblichen Spielmodi. Im Wesentlichen stehen Training, Einer gegen Einen und diverse Saison-Modi zur Auswahl. Auch Gameplay, Grafik und Sound wurden nur im Detail überarbeitet.
Gleich zu Beginn hagelt es Punktabzug für den mangelnden Realismus des Spiels. Vor allem, was die Verteidigung angeht, leisten sich Computergegner und CPU-gesteuerte Spieler zahlreiche Patzer. Eine wirkliche Verteidigung des eigenen Korbes kommt gar nicht erst zustande. Hinzu kommt eine teilweise recht umständliche Steuerung, die Gamepad-Sportlern vor allem bei der Durchführung besonderer Aktionen Steine in den Weg legt. Die bereits eingestellte Belegung der Gamepad-Tasten sorgt für so manchen Krampf im Zeigefinger.
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Auch das Gameplay hat sich seit der Ausgabe des letzten Jahres kaum verändert. Dafür kann der Spieler auf recht umfangreiche Optionen zugreifen, was das Management des eigenen Teams angeht. So lassen sich mehrere Saisons hintereinander spielen, Sportler können eingekauft und wieder verscherbelt werden. In sehr ausführlichen Statistiken lassen sich die Spieler und ihre derzeitige Form bis ins letzte Detail begutachten. Alle wichtigen Werte wie Geschwindigkeit und Wurfstärke, Stärken und Schwächen sind auf einen Blick ersichtlich.
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Gefeilt wurde an Details wie den Animationen der Dunkings. Die sehen nun noch spektakulärer aus, als es in den Vorgängern der Fall war. Allerdings lassen sich hier keine optischen Unterschiede zwischen den verschiedenen Spielern feststellen. So unterschiedlich und virtuos die Stars der wirklichen NBA den Ball auch in den Korb befördern mögen - bei "NBA Live 2002" gleicht eine Animation der anderen. Insgesamt wirkt die Optik etwas klarer als beim Vorgänger. Im Vergleich zu der grafisch bereits recht eindrucksvollen Ausgabe 2001 wurden die Gesichter noch detaillierter gestaltet - zudem verfügen alle Spieler über ihre individuellen Merkmale, wie beispielsweise Tattoos.
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Einige neue "Zwischensequenzen" wurden ebenfalls eingebaut. Zusätzlich zur Vorstellung der Spieler noch das Betreten und Verlassen des Platzes, Streitereien mit dem Schiedsrichter und Freudentänze nach wichtigen oder spektakulären Punkten. Diese Sequenzen wirken allesamt sehr durchgestylt und verbessern den optischen Gesamteindruck des Spiels im Hinblick auf eine TV-Optik immens. Auf Dauer wiederholen sich die Animationen jedoch recht schnell - und werden vom genervten Spieler dann per Tastendruck abgebrochen. Die (englischsprachigen) Kommentatoren leisten sich kaum eine Blöße, kommentieren locker und entspannt. Exzellent die Akustik des Spiels: Vor allem das virtuelle Publikum sorgt mit seinen jeweiligen Stimmungen für echtes Stadion-Flair.