08/02 Comanche 4 



Kaum eine andere Helikoptersimulation kann sich einer so große Fangemeinde sicher sein wie die "Comanche"-Reihe aus dem Hause Novalogic. Es war schon immer etwas Besonderes, diesen sagenumwobenen Kampfhubschrauber der US-Militärs über die Landschaft zu jagen, in Canyons abzutauchen und in engen Kurven Computergegner vom Himmel zu holen. Ein leicht zu bedienendes Fluggerät, knallharte Action und Grafik vom Feinsten sind die Kaufargumente, mit denen man nicht nur Rookies, sondern auch Pilotenveteranen für den vierten Teil der Reihe gewinnen wird können. Vorausgesetzt natürlich Grafikkarte und Arbeitsspeicher spielen mit.
 |
|
Denn immer wenn bisher "Comanche" auf der Verpackung stand, wurde dem heimischen Rechenknecht das Letzte abverlangt. Grund für den Hardwarehunger war - wie kann es anders sein - die komplexe Grafik. Bisher arbeitete man bei Novalogic mit einer Voxel-Engine (Voxel = Voluminöser Pixel). Für den vierten Teil kam eine auf Polygondarstellung basierende Grafikengine zum Einsatz. Damit werden vor allem schwächere CPUs entlastet und Grafikchips stärker belastet. Um aber in den vollen Genuss der prächtigen Landschaften und Spezialeffekte während eines harten Luftkampfes zu kommen, sollte der "Comanche 4" mit Geforce 2-Karte, 256 MB-Arbeitsspeicher und einer 800 Mhz-CPU geflogen werden. Ein Flightstick - und auch das ist eine angenehme Überraschung und Erleichterung vor allem für Einsteiger - ist nicht unbedingt notwendig. Dank einer kinderleichten Bedienung und einfachen Anordnung aller wichtigen Hubschrauberfunktionen ist "Comanche 4" auch sehr gut nur mit einer Maus und der Tastatur steuerbar.
In den insgesamt sechs Kampagnen mit je fünf Missionen wird schnell eines klar: Das Spiel ist nicht darauf ausgelegt, Gegner erst mühsam suchen zu müssen, um sie dann in einem langwierigen Luftkampf zur Strecke zu bringen. Nein, sie sind so zahlreich, dass manche Missionen nur mit dem Beistand von herbeigerufenem Artilleriefeuer bewältigt werden können. Dass man beim Pushen seiner Abschussquote nur wenig Rücksicht auf eine feingliedrige Helikoptersteuerung nehmen kann, sollte jedem "Flight Simulator"-verwöhnten Flugphysik-Fanatiker klar sein. Dafür werden Comanche Piloten mit abwechslungsreichen Einsätzen entschädigt.
 |
|
So muss beispielsweise die Limousine eines europäischen Staatsoberhauptes im ehemaligen Jugoslawien beschützt werden. Dabei kommt es zum Tiefflug-Luftkampf in engen Straßenschluchten - Scharfschützenbeschuss inklusive. In einem anderen Fall wird die Landung von Elitetruppen überwacht, die gegen ein feindliches Camp eingesetzt werden. Solche Gefechte stellen sich mit grafisch fulminanten Mehrfachexplosionen dar - ein absolutes Highlight.
Wenig Innovatives bei der Bewaffnung des Comanche-Helikopters: zielsuchende Hellfire- und Stingerraketen und dazu die obligatorische Bordkanone. Einzig neu im Arsenal gegenüber den Vorgängerspielen sind sogenannte Hydra-Raketen, die zwar ungelenkt bleiben, aber eine enorme Feuerkraft entfalten. Durch ihre relativ geringe Größe können bis zu 24 Stück mitgenommen werden.
Aber auch die Gegner schießen nicht mit Wattebällchen. In der Luft bekommen es Comanche-Piloten mit zwei Hubschrauber- und zwei Jagdflugzeugtypen, darunter die MIG 29, zu tun. Am Boden warten fünf verschiedene Panzerarten und insgesamt vier leichter bewaffnete schnelle Bodeneinheiten auf ihre Demontierung. Die Gegner auf dem Wasser - das in bisher nie dagewesener Authentizität animiert wurde - reichen von einem leicht bewaffneten Piratenschnellboot bis hin zum massiven Zerstörer. Für genügend Gegenwehr ist also zahlreich gesorgt.
"Comanche 4" ist wohl das kompletteste, zugänglichste und grafisch schönste Spiel, das in dieser Kategorie gerade auf dem Markt ist. Actionlastig und doch nicht dumpf, heraus- und nicht überfordernd, optisch überwältigend und doch nur bedingt hardwarehungrig. Ein Spiel, an dem es nichts zu bekritteln gibt und damit ein glasklarer Kauf.