Halo: Kampf um die Zukunft
Microsoft bewirbt Xbox mit den Worten "Die Zukunft des Videospielens beginnt am 14. März 2002".
Und wer bereits in den Genuss des 3-D-Shooters "Halo: Kampf um die Zukunft" gekommen ist, weiß, dass der Werbeslogan keineswegs übertrieben ist. Denn "Halo" rockt ohne Ende!
Genre: Action Plattform: Xbox
Microsoft ist stolz auf "Halo: Kampf um die Zukunft". Sehr stolz sogar, da sich in den USA fast jeder Xbox-Käufer auch den futuristischen Action-Titel einpacken ließ. Und das alles, obwohl die Kombination aus Ego-Shooter, Konsole und Joypad bisher kaum überzeugen konnte (die selige 007-Ballerei für das Nintendo 64 einmal ausgenommen).
"Halo" setzt auf eine stimmige Hintergrundstory, die sich um den im ganzen Universum bekannten Mega-Söldner "Master Chief" und den Kampf zwischen Erdbewohnern und den außerirdischen Covenants dreht. Diese Alien-Fieslinge wollen unseren Heimatplaneten unterjochen und alle Menschen versklaven. Um dieses Ziel zu erreichen, suchen die Mutanten verzweifelt nach einem mysteriösen Artefakt, dass angeblich auf dem Titel gebenden Ringplaneten Halo versteckt ist.
Starker Einstand: Nach einer kurzen Einführungsrunde, in der dem jungfräulichen Xbox-Besitzer die grundlegende Steuerung beigebracht wird, findet man sich prompt in medias res, sprich im Kampf zwischen Erdlingen und Covenants wieder. Als erstes fällt auf, dass - trotz der eigenen beachtlichen Kräfte - niemals mehr als zwei Waffen gleichzeitig getragen werden können. Diese sehr realistische Einschränkung führt dazu, dass sich Hitzköpfe mit nervösem Zeigefinger schon genau überlegen müssen, welche der herumliegenden Wummen sie mitnehmen. So lassen sich beispielsweise gegnerische Fahrzeuge prima mit einem Raketenwerfer vernichten; im Kampf gegen eine ganze Horde verstreuter Feinde ist das martialische Feuerrohr hingegen fast nutzlos. Ähnliches gilt aber auch für Pistole, Schnellfeuergewehr und Sniper Rifle.
Falls alle Stricke reißen und selbst die coole Needler-Gun ihren Dienst versagt, schnappt man sich am besten eines von mehreren Fahrzeugen und braust im bewaffneten Jeep, Luftkissenboot, Panzer oder Fluggerät durch die grafisch perfekten Schauplätze. Heimlicher Höhepunkt des Fuhrparks: der Skorpion-Panzer. Das Stahlungetüm bietet nicht nur dem Spieler, sondern auch noch weiteren Computer gesteuerten Verbündeten reichlich Platz für taktische Möglichkeiten. Kleines Beispiel gefällig? Soldat Nummer Eins setzt sein Präzisionsgewehr ein, der zweite kümmert sich um das Maschinengewehr, und ein dritter Kamerad besetzt den mächtigen Geschützturm. Die Folge: Action ohne Ende!
Ebenso motivierend wirkt sich auch die hohe Künstliche Intelligenz der Gegner aus. Denn anstatt blind in ihr Verderben zu rennen, rotten sich die Feinde zusammen, schleichen sich von hinten an, verstecken sich oft hinter Objekten und nutzen auch herumstehende Fahrzeuge - bereits im einfachsten Schwierigkeitsgrad eine echte Herausforderung. Aber auch die eigenen verbündeten Marines agieren sehr klug und geben einem des Öfteren Feuerschutz.
Als erstes Xbox-Game bietet "Halo" auch einen echten Multiplayer-Modus an. Und während die Internet-Option hier zu Lande noch nicht interessant ist, dürften die per System-Link-Kabel durchgeführten LAN-Sessions für viel Spaß sorgen. Kein Wunder, schließlich können sich bis zu 16 Spieler an vier Konsolen im "Deathmatch" oder "Capture the Flag" beharken. Wer es nicht ganz so stressig will, greift zum Coop-Modus und fightet sich mit einem zweiten Spieler durch die detailreichen Grafik-Bombast-Level.
Das einzige wirkliche Manko des Spiels ist die Steuerung. Vor allem alter PC-Shooter-Haudegen, denen Maus und Tastatur "angewachsen" sind, wird die Umstellung schwer fallen. Hat man sich aber einmal an die komplexe Tastenbelegung gewöhnt, merkt man gar nicht mehr, dass man ein Joypad in der Hand hält. Und was gibt's zu Grafik und Sound zu sagen? Nur ein Satz: So etwas hat die Konsolenwelt noch nicht gesehen! "Halo: Kampf um die Zukunft" ist der Xbox-Dosenöffner.
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