Pirates - The Legend of Black Kat
Zu hübsch, um wahr zu sein: Die rothaarige Piratenbraut Katarina de Leon macht im EA-Action-Adventure "Pirates - The Legend of Black Kat" PS2- und Xbox-Gewässer unsicher. Mängel bei Grafik und Gameplay verhindern jedoch einen erfolgreichen Beutezug.
Genre: Action-Adventure Plattform: PlayStation2
EAs "Pirates: The Legend of Black Kat" schickt den Xbox- und PS2-Spieler als furchtlose Piratenbraut Katarina de Leon in die abenteuerliche Südsee. Exotische Länder und Inseln voller Magie und Mysterien müssen erforscht, in fernen Häfen Handelsaktionen betrieben und gefährliche Schwertkämpfe ausgefochten werden, um ihre Reichtümer vor ruchlosen Piraten zu verteidigen. Also, Segel gehisst und auf ins Konsolen-Abenteuer!
Das Spiel beginnt auf der heimatlichen Insel, wo Katarina de Leon den Tod des eigenen Vaters miterleben muss. Die erste Aufgabe der rothaarigen Freibeuterin besteht darin, seine Festung zurück zu erobern, welche in Folge als Trockendock für das Segelschiff "Winddancer" und elf weitere Galeonen dienen wird. Damit lassen sich nun die verschiedensten Schauplätze, welche allesamt in Inselgruppen zusammengefasst wurden, auf hoher See bereisen. Um den Spielverlauf nicht unnötig durch lange Segeltörns in die Länge zu ziehen, dachten die Entwickler von Westwood glücklicherweise an eine Abkürzungsfunktion. Entfernt sich das Schiff aus der Sichtweite einer Insel, erscheint eine Seekarte, auf der das gewünschte Ziel einfach angesteuert wird, fertig. Alternativ lassen sich Teleporter, die auf den meisten Inseln zu finden sind, nutzen, um große Entfernungen in kurzer Zeit zu überwinden.
Ein zuschaltbarer Tutorial-Mode ermöglicht es, sofort ins Spiel zu finden, ohne erst lange das beiliegende Manual wälzen zu müssen. Hier werden während des Spieles immer wieder nützliche Hilfestellungen gegeben, beispielsweise wohin man sich zu bewegen hat und was zu erledigen ist. So werden auch Neulinge sehr schnell mit dem Spielgeschehen vertraut gemacht, um im Handumdrehen erste Erfolge zu feiern.
Die grafischen Fähigkeiten von "Pirates: The Legend Of Black Kat" hinterlassen auf der PlayStation2 einen eher durchwachsenen Eindruck. Katarinas Segelschiff wird mit durchsichtigen Segeln dargestellt, um stets den Überblick zu behalten und Feindschiffe nicht aus dem Auge zu verlieren. Ein aufwändiges Schadensmodell lässt die durch Kanoneneinschüsse hinterlassen Spuren sofort erkennen, was eine gesonderte Schadensanzeige überflüssig macht. In der Hitze des Gefechts überdecken sich die grafische Effekte allerdings oftmals, und es kommt zu unschönen Clippingfehlern. Nähert man sich feindlichen Piratenpötten, verschwinden diese plötzlich vom Bildschirm, Explosions- und Brandeffekte durchdringen in der Nähe befindliche Schiffe oder die Wasseroberfläche. Ein Umstand, der in der etwas später erscheinenden Xbox-Fassung noch verbessert wird.
Die Soundkulisse bestätigt die mittelmäßige technische Umsetzung des Titels, indem sie die jeweiligen Spielsituationen etwas arg lieblos untermalt. Da wäre mehr drin gewesen. Positiv sei jedoch zu erwähnen, dass das gesamte Geschehen - vom Intro über die Zwischensequenzen bis hin zum eigentlichen Spielablauf - komplett in Dolby Surround Sound ausgegeben wird, was zu tollen räumlichen Klangeffekten führt.
 |
|
Die zahlreich zu bestehenden Seegefechte erfordern die geschickte Kombination aus taktischem Denken, guter Übersicht und flinken Fingern. Unter dem Kugelhagel gegnerischer Angriffe, gibt der Spieler Order zur Vorbereitung seiner Gegenschläge. So lassen sich feindliche Flotten mit einem regelrechten Sperrfeuer an Schwarzpulverfässern unter Beschuss nehmen oder alternativ die gegnerische Crew mit gezündeten Stinkbomben verwirren. Nützt dies alles nichts, verkriechen sich garantiert selbst die mutigsten Matrosen, wenn erst mal eine kiloschwere Kanonenkugel das Deck durchschlägt.
Doch was ist ein Pirat erst ohne Schwert? Richtig. Tot. Wenn Katarina nicht gerade auf See für hohe Wellen sorgt, erforscht sie fremde Inseln und Ländereien stets auf der Suche nach Schatztruhen, Goldstücken oder Heiltränken. Während der Spieler die Titelheldin aus der Außenperspektive steuert, trifft er auf Riesenkrabben, Skelettpiraten bis hin zu Eisdämonen, die der hübschen Piratenbraut das Leben zur Hölle machen wollen. Katarina erlernt aber in Folge ihrer Abenteuer immer schlagkräftigere Schwertmanöver, mit denen sich ihre Gegner in Fischfutter verwandeln lassen. Zudem verfügt sie über magische Waffen, nach deren Einsatz ihre Feinde bereuen werden, überhaupt erst einen Fuß an Land gesetzt zu haben.
Bei allem Abenteuerdrang lässt das Gameplay innovative Ideen und Originalität leider vermissen. Kurzzeitig kann das abwechselnde Agieren an Land und auf dem Meer durchaus begeistern. Im Grunde geht es allerdings stets darum, von Punkt A nach Punkt B zu gelangen um dort einen entsprechenden Schlüssel zu besorgen, der Kiste C an Ort D öffnet, in der sich dann Items befinden, die für das Fortkommen benötigt werden. Belohnt wird das etwas antriebslose Inselhüpfen mit kurzen Zwischensequenzen, welche die Story hinter der Ermordung des Vaters erzählen.
|