| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 01/02/2002 | ||||||||
Salt Lake 2002Das offizielle Game zu den Olympischen Winterspielen weckt nicht gerade die Vorfreude auf Salt Lake City. Zu wenig Disziplinen, zu wenig Abwechslung.
Die erste und womöglich gravierendste Schwäche von "Salt Lake 2002" offenbart sich schon beim Blick auf die flotte DVD-Verpackung: Es sind insgesamt nur sechs Wettbewerbe, die zur Verfügung stehen. Viel zu wenig, um dauerhaft für Abwechslung zu sorgen, zumal auch die Auswahl nicht gerade fantasievoll geraten ist: Abfahrt, Snowboard-Riesenslalom und der Slalom gehören zudem ins gleiche Genre. Dazu Zweierbob, Freestyle-Skispringen und natürlich das Skispringen selbst, neuerdings der Deutschen liebstes Kind. Das alles ist nicht neu, hat es so oder so ähnlich schon gegeben, und es bleibt die Frage, wann sich jemand endlich an andere Sportarten wagt: Biathlon, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf zum Beispiel. All das hat es zwar schon einmal gegeben, aber das ist lange her.
Hier gilt es, den Athleten (Herkunft und Name können frei gewählt werden) über etwa eine Minute und 20 Sekunden hinweg den Hang hinab zu steuern, wobei sich bald zwei bis drei Schlüsselstellen offenbaren, die über das Schicksal entscheiden. Wer die Strecke perfektioniert hat, wird am Ende um Hundertstel kämpfen müssen. Leider ist der Athlet selbst in seinem Bewegungsablauf offensichtlich eingeschränkt, und auch die Stürze sind nicht gerade eine visuelle Offenbarung.
Recht unaufwändig gestaltet ist das Freestyle-Springen, bei dem es darum geht, während der Flugphase möglichst punktgenau die richtigen Tastenkombinationen zu drücken, um den Sprung, dessen Schwierigkeitsgrad zuvor festgelegt wurde, im Sinne der Punktrichter zu gestalten. Ebenfalls in dieser Form keine neue Idee. Dumm, dass es auf diese Weise unmöglich ist, die Springerin selbst in ihrer Flugphase zu beobachten. Zudem sind die Einblendungen der geforderten Tastenkombinationen viel zu klein geraten, der Unterschied zwischen Kreis- und Vierecktaste ist kaum auszumachen. Flotter von der Hand geht das Skispringen, das leicht zu erlernen ist, aber leider auch recht schnell langweilig wird. Durch die Kürze des Wettbewerbs entsteht hier so gut wie kein olympisches Gefühl. Spannender gestaltet sich da schon das Bobfahren, vielleicht der gelungenste Wettbewerb. Hier kommt es nicht nur auf einen guten Start an, der mit der guten, alten Schnellhämmer-Methode erreicht wird, sondern auch auf ein präzises Einlenken in die Kurven.
Untermalt wird das alles durch einen flotten Kinderpunk-Soundtrack. Das Olympische Turnier wird von einem Moderator abwechslungsreich begleitet, wobei der schon mal Schelte für einen grandiosen Goldmedaillen-Sprung verteilt. Nicht der einzige Fehler im Übrigen. So wird bei den Siegerehrungen aus dem weißen Amerikaner, den man gerade auf sensationelle 133 Meter geflogen hat, schon mal ein Schwarzer. Die Hymne erklingt, Abgesang. |
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