'Der Die Und In Den Von Zu Das Mit Sich'
Natürlich war es ein Schock. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: Die Schüler eines der reichsten Industrieländer der Erde, der Heimstätte von Goethe und...
Natürlich war es ein Schock. Damit war nun wirklich nicht zu rechnen: Die Schüler eines der reichsten Industrieländer der Erde, der Heimstatt von Goethe und Schiller, können nur bedingt lesen und schreiben. Das ergab zumindest die "größte internationale Schulleistungsuntersuchung" aller Zeiten, genannt "PISA", die von der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) durchgeführt worden war. Nun kann das Internet dieses Defizit zwar nicht beheben, sehr wohl aber helfen, den (jungen) Usern die Feinheiten und Schönheiten der deutschen Sprache näher zu bringen.
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| www.deutsche-sprachwelt.de |
Einen wichtigen Beitrag leistet in dieser Hinsicht www.deutsche-sprachwelt.de, die Online-Version der gleichnamigen Fachzeitschrift, die sich als Sprachrohr einer Bürgerbewegung versteht, die sich um die Sprache sorgt. So werden Wörter und Buchstaben unter die Lupe genommen und Fragen gestellt wie: "Geht mit der Deutschen Mark auch die deutsche Sprache verloren?" Die Antworten geben Wissenschaftler, Journalisten und andere Experten. Es geht um die Rechtschreibreform, Sprachpanscher und die leidigen Anglizismen, um Grammatik und Stilistik. Dazu gibt es eine Meinungsecke, ein Forum und konsequenterweise "Verweise", sonst unter dem englischen Wort "Links" bekannt.
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| www.ids-mannheim.de |
Wer sich allerdings auf eher staatlich unterfüttertes Terrain begeben möchte, sollte einmal auf der Seite des Mannheimer Instituts für deutsche Sprache unter www.ids-mannheim.de vorbeisurfen. Diese Institution wird zur Hälfte vom Bund und vom Land Baden-Württemberg unterhalten. Auf der Seite erwarten den User verschiedene Sprach-Datenbanken, eine Online-Einführung in "die ach so trockene, oft schwer verständliche deutsche Grammatik" (sehenswert: hypermedia.ids-mannheim.de/grammis), Kataloge, ein Spracharchiv und noch einiges mehr. Die Seite besticht darüber hinaus durch eine einfache Menüführung, ein dezentes Layout und viel Text.
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| www.duden.de |
Natürlich darf in einer Aufzählung von Seiten, die sich der Sprache annehmen, nicht der Dudenverlag unter www.duden.de fehlen. Jahrzehntelang lag hier das Entscheidungs-Monopol bei allen Zweifelsfragen bezüglich Rechtschreibung und Grammatik, bevor es schließlich durch die Reform vor zwei Jahren gekippt wurde. Neben zahllosen Verweisen auf die Produkte des Hauses finden sich dort auch ein Glossar mit Fachbegriffen (von A wie Adjektiv bis Z wie Zusammensetzung) sowie downloadbare Unterrichtsmaterialen für gebeutelte Lehrer, die auch einmal neue Wege in Sachen "Vermittlung der Schönheit der Sprache" beschreiten wollen.
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| http://wortschatz.uni-leipzig.de |
Obwohl die Sprache allgegenwärtig ist, steht sie in Wirklichkeit nur selten im Mittelpunkt. Dieses Prinzip wird immer dann durchbrochen, wenn aus dem gewaltigen deutschen Wortschatz regelmäßig Ausdrücke herausgepickt und zum "Wort des Jahres" gekürt werden (diesmal: "Der 11. September). Verantwortlich dafür zeichnet die "Gesellschaft für deutsche Sprache" in Wiesbaden, die sich unter www.gfds.de näher vorstellt, die Seite allerdings lediglich als Präsentationsfläche nutzt und nur wenig Interessantes zu bieten hat. Besser macht es in dieser Hinsicht die Uni Leipzig unter wortschatz.uni-leipzig.de, mit einer Datenbank mit sechs Millionen Wörter und 15 Millionen Sätzen. Und wer genauer hinschaut, weiß, dass "der die und in den von zu das mit sich" nicht etwa ein Satz ohne Substantive und Verben ist, sondern die Reihenfolge der zehn häufigsten Wörter der deutschen Sprache.
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