14/02 Der Verrätergeruch wabert weiter!
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| www.dhm.de/lemo/html/wk2/widerstand |
Da war es wieder, das Wort: diese "Verräter" des 20. Juli! Schwarz auf weiß, unkommentiert, ohne einordnende Worte von Historikern. Die Sekretärin des Führers, Traudl Junge, meldet sich in ihren letzten Lebenstagen noch einmal zu Wort und erinnert sich an ihre gemeinsame Zeit mit ihm im Führerbunker. Für eine Dokumentation stand sie Rede und Antwort, und parallel dazu hat sie nun ein Buch veröffentlicht: "Bis zur letzten Stunde". Daraus druckt die allmächtige "Bild"-Zeitung zurzeit Auszüge ab. Am Dienstag, 5. Februar, war dort über die Männer des 20. Julis 1944 zu lesen: "Diese Feiglinge, die sie sind! Hätten sie wenigstens geschossen! Ich könnte noch Respekt vor ihnen haben! Aber sie wagen es ja nicht, ihr Leben einzusetzen." So hatte sich Adolf Hitler gegenüber Traudl Jung nach dem erfolglosen Anschlag geäußert. Unbedarften Lesern dürfte das nach der Lektüre im Gedächtnis bleiben - die Dolchstoßlegende lebt weiter!
Dass es in Wahrheit ganz anders war, dass hier ehrenwerte, mutige, aufrichtige, moralische, unsichere und doch tapfere Männer einen Staatsstreich planten, um das Grauen des Massenmordes in den KZs, an der Front und in den deutschen Städten am Ende des Zweiten Weltkrieges zu beenden, kommt zumindest im Internet nicht zu kurz. Unter www.dhm.de/lemo/html/wk2/widerstand erfährt der User einiges über die Widerstandsbewegung, ihre Gedanken, die Tat selbst, die anschließenden Prozesse. Es wäre schade, wenn der üble Geruch des "Verräters", den die Attentäter übrigens selbst immer gefürchtet, aber in Kauf genommen haben, auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts an ihnen haften bleiben würde, wie das auch schon bis in die 1980er-Jahre der Fall war!