14/03 Vom 'lustigen' Piratenleben
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| www.piratenmuseum.de |
Gemeinhin hat man ja eine eher romantisch gefärbte Vorstellung von der klassischen Piraterie. Das mag daran liegen, dass unser Bild vom Seeräuberleben in erster Linie von alten Hollywood-Filmen geprägt wurde. Errol Flynn oder Burt Lancaster gehen auf große Kaperfahrt, erbeuten wertvolle Handelsschiffe, die von schmierig-verfetteten Kapitänen kommandiert werden, und gewinnen schließlich das Herz einer schönen Frau, mit der sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich auf einem paradiesischen Eiland leben.
Streng historisch betrachtet, ist diese idealistisch verbrämte Darstellung des lustigen Seeräuberlebens natürlich vollkommener Unsinn. Einer eher nüchtern-wissenschaftlichen Herangehensweise an das Thema hat sich deshalb das Überseemuseum in Bremen verschrieben. Unter www.piratenmuseum.de gibt es umfassende und sehr anschaulich aufbereitete Informationen zur Freibeuterei. Der User erfährt Wissenswertes zur Geschichte der Piraterie, über das Leben an Bord oder die Ausrüstung und Bewaffnung eines Piratenschiffs. Außerdem gibt es die so genannte "Schurkengalerie" mit den Lebensläufen der bekanntesten Piraten. Die Namensliste reicht von Klaus Störtebeker und seinen gefürchteten Vitalienbrüdern bis hin zum Philippino Emilio Changeo, der noch bis vor kurzem das Südchinesische Meer unsicher machte.
Eher mulmig ist einem bei der Rubrik "Strafen und Tod" zumute. Das Piratenleben währte in der Regel nicht allzu lange. Meist nahm es ein gewaltsames Ende. Glücklich konnte sich schätzen, wer im Kampf sein Leben aushauchte und nicht in die Hände der Gerichtsbarkeit fiel. Auf Piraterie stand nämlich fast immer die Todesstrafe. Ein besonders grausames Schicksal erlitt beispielsweise der englische Seeräuber William Kidd. Er wurde nach seiner Gefangennahme gefoltert und schließlich hingerichtet. Seinen Leichnam hängte man zur Abschreckung am Ufer der Themse, in der Nähe der Hafeneinfahrt, gut sichtbar für alle vorbeifahrenden Schiffe auf.