22/03 Stanley Kubrick in Legoland
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"Natürlich habe ich verstanden, um was es da geht!" Eingefleischte Cineasten reagieren bisweilen gereizt, wenn man nur den leisesten Zweifel hegt, dass das jeweilige Gegenüber vielleicht doch nicht ganz kapiert haben könnte, was uns Stanley Kubrick mit seinem Kultfilm "2001 - Odyssee im Weltraum" eigentlich sagen wollte. "Ein Meilenstein der Filmgeschichte" - selbstverständlich! "Das intelligenteste und philosophischste Science-Fiction-Epos überhaupt" - Ja klar! Doch was um Himmels willen soll die Geschichte mit den Affen ganz am Anfang? Und warum tanzen die Raumschiffe plötzlich im Dreivierteltakt, und nahm Kubrick eigentlich Drogen, als er "2001" drehte? "Wir sehen betroffen den Abspann laufen und alle Fragen offen", kommt einem da in Abwandlung eines Brecht-Zitats in den Sinn.
Zweieinhalb Stunden Film und nur ganze 40 Minuten Dialog - das zerrt an den Nerven und erstickt jeglichen zaghaften Interpretationsversuch im Keim. Doch nun naht endlich Hoffnung. Eine Gruppe findiger Film-Freaks und passionierter Lego-Bastler hat das Sci-Fi-Epos auf die leicht verdauliche Länge von knapp einer Minute zurechtgestutzt. Unter www.spiteyourface.com/one kann man die neue Fassung im Netz bewundern. So richtig klug wird der Zuseher zwar auch aus der Lego-Version nicht, doch immerhin schläft man hier nicht so oft ein wie beim Original.