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19/02 666 - Traue keinem, mit dem du schläfst **___

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Außer Tresen nichts gewesen: Faust (Jan Josef Liefers, links) und Mephisto (Armin Rohde) geben sich die Kante. Bild von: Constantin

Als Rainer Matsutani vor sechs Jahren mit "Nur über meine Leiche" sein Leinwanddebüt gab, konnte er noch vom Boom deutscher Filmkomödien zehren. Immerhin 400.000 Besucher wollten damals das Erstlingswerk eines unbekannten Nachwuchsregisseurs sehen, das mit Katja Riemann und Christoph M. Ohrt auch noch hervorragend besetzt war. In "666 - Traue keinem, mit dem du schläfst" vertraut Matsutani nun einem Konzept, bei dem er zumindest mit der Neugier der potenziellen Zuschauer rechnen kann: In seiner Geschichte um einen ewigen Loser, der einen Vertrag mit dem Teufel schließt, treffen namhafte Schauspieler wie Jan Josef Liefers und Armin Rohde auf die versammelte Prominenz aus der Show- und Entertainmentbranche.

Der blondierte Modefotograf Axel (Thure Riefenstein) ist der neue Lover von Jennifer (Sonsee Ahray Floethmann). Bild von: Constantin

Das klassische Motiv des Teufelspakts musste schon in "Nur über meine Leiche" für eine skurrile Fantasy-Klamotte herhalten, bei der Christoph M. Ohrt als gut aussehendes Ekelpaket mit dem Leibhaftigen höchstselbst um sein Schicksal wettete und mit seiner als Truthahn reanimierten Mutter intime Zwiesprache hielt. Ähnlich hahnebüchen sind auch die beiden Hauptideen, die "666" zugrunde liegen: Zum einen ging es Matsutani um eine moderne Neuauflage des Faust-Mythos, zum anderen wollte er Prominente wie Claudia Schiffer oder Boris Becker als sie selbst in einem Spielfilm auftreten lassen. Mit Bernd Eichinger, der sich für seine zunächst noch ziemlich unausgegorenen Vorstellungen begeistern konnte, gewann Matsutani einen Produzenten, der beides möglich machte.

So steht der Taxifahrer Frank Faust (Jan Josef Liefers), von seiner Freundin Jennifer (Sonsee Ahray Floethmann) und allen guten Geistern verlassen, eines Tages mitten auf der Landstraße einem Urahnen von Goethes Mephisto gegenüber. Mephisto II (Armin Rohde) ist allerdings nach eigenem Bekunden "noch in der Ausbildung" und somit in Sachen Magie und Zauberei nicht ganz sattelfest. Immerhin bietet er Faust einen Pakt an: die Versöhnung mit Jennifer gegen seine Seele. Faust schlägt ein, und gemeinsam machen sie sich auf nach München, wo Jennifer in dem blondierten Modefotografen Axel (Thure Riefenstein) einen neuen Liebhaber gefunden hat.

Ralf Bauer wird nicht nur von den beiden Teenies im Bildhintergrund angehimmelt. Auch andere sind ganz scharf auf den Frauenschwarm. Bild von: Constantin

Mephistos Plan, Jennifer für Frank zurückzugewinnen, besteht darin, sich in verschiedene prominente Persönlichkeiten - von Verona Feldbusch bis Boris Becker - zu verwandeln, die sich an Fausts Seite zeigen und seine Fähigkeiten als genialer Innenarchitekt für den Rest der Anwesenden gut hörbar hinausposaunen. Ab jetzt wird Matsutanis Komödien-Verschnitt zum Schaulaufen deutscher Stars und Sternchen, bei dem die Logik schon mal auf der Strecke bleibt. Der anfängliche Aha-Effekt, der sich beim Zuschauer einstellt, wenn sich Größen wie Heiner Lauterbach oder Boris Becker die Klinke in die Hand geben, ist schnell verpufft. Der Unterhaltungswert des Films sinkt direkt proportional zur steigenden Promi-Dichte, und spätestens, wenn Faust Mephisto, der sich mittlerweile in Verona Feldbusch verwandelt hat, an die Titten geht, ist komödiantisches Grundschulniveau erreicht.

Ein flottes Duo: Faust und Mephisto. Bild von: Constantin

Mephisto outet sich nach diesen intimen Streicheleinheiten als schwul und ist fortan bestrebt, alle Versöhnungsversuche zwischen Faust und Jennifer, die mittlerweile wieder Interesse an ihrem ehemaligen Liebhaber zeigt, nach Kräften zu sabotieren. Es entspinnt sich eine langwierige Verwechslungs- und Verwandlungskomödie, bei der auch nicht weiter auffällt, dass sich der Schauplatz des Geschehens inzwischen von München nach Mallorca verlagert hat. Als dann auch noch Jennifers ehemaliger Schwarm, der Schauspieler Ralf Bauer, und der Satan persönlich auftauchen, wird aus dem Verwirrspiel endgültig ein chaotisches Kuddelmuddel, in dem allein Armin Rohde als homophiler Teufelssohn zu gefallen weiß.


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