Asterix & Obelix: Mission Kleopatra
Die zweite Realverfilmung eines berühmten "Asterix"-Bandes verblüfft durch aufwändige Effekte und enttäuscht mit flachen Witzen.
Genre: Komödie Start: 7.3.
R: Alain Chabat , D: Gérard Depardieu, Christian Clavier, Monica Bellucci u.a.
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| Die schönste Kleopatra seit Elizabeth Taylor: Bei Monica Bellucci werden selbst hart gesottene Gallier schwach. Bild von: Tobis |
Hinkelstein, lauwarme Cervisia und Wildschweinjagd: Der populärste Frankreich-Export ist seit Jahr und Tag nicht Käse oder Wein, sondern die Comic-Reihe "Asterix". Insgesamt 31 Comic-Hefte und zahlreiche Zeichentrickfilme führten 1999 zur ersten realen Asterix-Verfilmung mit Gérard Depardieu als Obelix und Christian Clavier in der Rolle des kleinen Galliers. Damals wollten knapp 3,5 Millionen Deutsche das französische Gagfeuerwerk erleben. Jetzt startet "Asterix und Obelix: Mission Kleopatra".
Der zweite Versuch übertrifft den ersten zwar an Aufwand, nicht aber an Witz. Vorlage für eine der größten französischen Produktionen der Kinogeschichte ist das Heft "Asterix und Kleopatra" von Zeichner Albert Uderzo und dem mittlerweile verstorbenen Texter René Goscinny: Während Asterix und Obelix in Gallien mal wieder die Römer aufmischen, herrscht auch im fernen Ägypten Stress. Invasor Caesar unterstellt der schönen Kleopatra (Paraderolle für Männerschwarm Monica Bellucci), sie könne nicht binnen dreier Monate einen prunkvollen Palast in Alexandria bauen - natürlich ihm zu Ehren.
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| Obelix (Gérard Depardieu, links) und Asterix (Christian Clavier) freuen sich schon auf Ägypten und die schöne Kleopatra. Bild von: Tobis |
Ägyptens bester Architekt erhält den Auftrag für diesen zeitlich unmöglichen Bau. Zudem werden die Arbeiten von gemeinen Sabotage-Aktionen behindert. Da erinnert sich Numerobis, so der Name des antiken Star-Architekten, an seine alten Freunde Asterix und Obelix sowie den Druiden Miraculix (etwas blass: Claude Rich). Natürlich kommen die aufrechten Gallier dem verzweifelten Numerobis zu Hilfe und beschleunigen den Bau mit dem Zaubertrank im Gepäck erheblich. Schließlich gibt es als Belohnung viele Römer zu verprügeln.
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| Caesar (Alain Chabat) ist sich sicher, dass er seine Wette mit Kleopatra gewinnen wird. Doch er hat die Rechnung ohne seine gallischen Intimfeinde Asterix und Obelix gemacht. Bild von: Tobis |
Soldaten fliegen aus ihren Sandalen, tonnenschwere Steinquader werden leicht wie Federn: Die Spezialeffekte erinnern an große Hollywood-Produktionen, ebenso die aufwändigen Kostüme, doch fehlt in der deutschen Fassung der französische Wortwitz. Schuld daran ist die Synchronisation: Zu gewitzt und ausgefeilt sind die verbalen Stimmungsmacher und Andeutungen, die im deutschen Kino zu teils langweiligen Aussagen, teils albernen Kalauern degenerieren. Das gleiche Problem haben aber auch die Comic-Hefte, was dem Bahn brechenden Erfolg allerdings nicht entgegenstand.
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| Zwei Gallier auf Nilkreuzfahrt: Asterix und der Druide Miraculix (Claude Rich, rechts) kommen ihrem ägyptischen Freund Numerobis zu Hilfe. Bild von: Tobis |
Allein die Namen der verschiedenen Figuren laden zum haltlosen Gekicher ein: Chip-Kartus heißt eine Spionin, die mit Computer-Technologie zu jeder Zeit weiß, wer gegen wen Mordlust hegt. Oder Vodafonis, eine Ägypterin, die wie ein Handy spricht. Wer zudem noch einen Hang zu Wüstenromantik hat, wird mit dem neuen Asterix-Streifen höchst zufrieden sein: Die traumhaft schönen Bilder vom Nildelta entschädigen für so manche Albernheit. Und wem Gérard Depardieus komödiantische Künste schon im ersten Teil nicht auf die Nerven gingen, den stören die Verrenkungen des eigentlichen Charakterdarstellers auch im aktuellen Film nicht.
Vermutlich wird die "Mission Kleopatra" ebenso, wenn nicht sogar besser an den Kinokassen abschneiden als der Vorgänger. Ein gestandener Asterix-Liebhaber wird sich wohl kaum eine solch aufwändige Verfilmung eines Klassikers entgehen lassen. Doch sollte man sich nicht zuvor den gleichnamigen Zeichentrickfilm anschauen: Dann ist die Enttäuschung groß. Auch die teuersten Spezialeffekte können eben nicht den Charme einer gezeichneten Figur ersetzen.
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