SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 13/03/2002

Ali Zaoua

Eindrucksvolles Drama mit Märchenelementen über das Leben von vier Straßenkindern in Casablanca, gedreht mit überzeugenden Laiendarstellern.

Genre: Drama
Start: 14.03.


R: Nabil Ayouch , D: Maunim Kbab, Mustapha Hansali, Hicham Moussane u.a.

Omar (Mustapha Hansali, links) tröstet Kwita (Mounïm Kbab) mit einer Zigarette. Bild von: Arsenal
Inhalt: Halbfertige Neubauten, triste Wohnsiedlungen und ein Industriehafen, das ist die Welt von Ali, Kouka, Omar und Boubker. Ali träumt davon wegzugehen, zur See zu fahren und eine ideale Welt auf einer Insel zu finden. Doch in einer Auseinandersetzung mit dem "Paten" der Straßenkinder (Said Taghmaoui, bekannt aus "Marrakesch") findet er einen frühen Tod. Seine Freunde müssen ihn zurücklassen, beschließen aber, ihm zumindest ein königliches Begräbnis zu ermöglichen.

Hintergrund: Irgendwo zwischen Doku und Märchen erzählt der marokkanische Regisseur Nabil Ayouch eine kraftvolle Geschichte über Freundschaft. An Authentizität fehlt es nicht, schließlich lebten alle Kinderdarsteller selbst auf der Straße. Von Anfang an machte die Filmcrew ihnen jedoch klar, dass der Film ihr Leben nicht grundlegend verändern werde und sie nicht plötzlich reiche und berühmte Schauspieler werden würden. Und dennoch konnten sie den Kindern helfen. Zum einen mit Projekten, die für ihre Zukunft aufgebaut wurden, zum anderen mit der Erfahrung, etwas zu Ende zu bringen und solidarisch an einem Projekt zusammenzuarbeiten.

Kritik: "Ali Zaoua" arbeitet mit Bildern, die hängen bleiben und berühren: Immer wieder zeigt Ayouch in Totalen die Gesichter, hinter deren wilden und zugleich vom Schnüffeln des Klebstoffs verschleierten Blicken sich die Sehnsucht nach Normalität verbirgt.

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