13/03 Der Fluss 



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| Xiao-Kang (Lee Kang-sheng) und sein Vater (Miao Tien) haben eigent- lich gar nicht so viel miteinander zu tun. Plötzlich sind sie gemeinsam auf Reisen. Bild von: Peripher |
Inhalt: In einer kleinen Wohnung in Taipeh leben Hsiao-Kang (Lee Kang-sheng) und seine Eltern. Jeder geht seinen Weg, ohne sich für den anderen zu interessieren. Der Vater (Miao Tien) besucht die Schwulensaunas der Stadt, die Mutter (Lu Hsiao-ling) arbeitet als Fahrstuhlführerin. Für sie dreht sich alles darum, das Essen für Mann und Sohn auf den Tisch zu bringen, aber auch für ihren Liebhaber, einen Porno-Händler. Doch da mimt Hsiao-Kang für einen Film als Statist eine Wasserleiche und muss dafür in verseuchtes Gewässer steigen. Fortan leidet er an mysteriösen Nackenbeschwerden. Die Suche nach Heilung bringt kurzfristig Bewegung in die erstarrte Familie.
Hintergrund: Ähnlich wie Francois Truffaut seine Figur Antoine Doinel über die Jahre in seinen Filmen verfolgte, widmet sich der Regisseur Tsai Ming-liang dem Charakter Hsiao-Kang. Für diesen poetischen Film, der mit vielen symbolischen Bildern arbeitet, erhielt er bei der Berlinale 1997 eine Auszeichnung. Leider kommt er erst jetzt in unsere Kinos.
Kritik: Wortkarg und mit fast quälend langen Einstellungen widmet sich "Der Fluss" seinem Thema: dem Zerfall der taiwanesischen Gesellschaft, der Einsamkeit und Unfähigkeit, jemanden an sich heranzulassen.