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13/03 Knallharte Jungs *____

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Der Anfang vom Ende: Flo (Tobias Schenke) macht den Tittengrapschtest ausgerechnet bei seiner Lehrerin, Frau Müllerschön (Miriam von Versen), und alle können es sehen. Bild von: Constantin

"Er" ist wieder da! - Wer war "er"? Die Zuschauer, die vor zwei Jahren "Harte Jungs" im Kino sahen, dürften schon eine Ahnung haben. Die anderen werden es wissen, wenn sie die Fortsetzung des damaligen Kassenschlagers mit dem Titel "Knallharte Jungs" nun anschauen. "Er" ist das beste Stück des heranwachsenden Mannes, der permanent zum Pubertäts-geplagten Jüngling Flo (Tobias Schenke) spricht, ihn nötigt, dauernd, ständig und überall nur an eines zu denken: Sex.

Gleich in der Anfangsszene geht es denn auch um den so genannten Tittengrapschtest, zu dem "er" Flo nötigt. "Los, pack' der Alten schon an die Brüste. Ey Mann, mach schon", heißt es da mit rauer Stimme, und prompt umgreifen Flos Hände von hinten die ohne Zweifel üppig bestückte Oberweite von Frau Müllerschön (Miriam von Versen) - seiner Lehrerin. Die Situation ist schon peinlich genug, wird aber noch dadurch verschlimmert, dass sie sich mitten auf dem Schulhof abspielt und so vor den Augen der wunderschönen, natürlich blonden und engelsgleichen Maja (Diana Amft, "Mädchen, Mädchen") stattfindet.

Flo ist verzweifelt, denn schließlich ist Maja das Mädchen seiner bewegten Träume, und er befürchtet - wohl nicht ganz zu Unrecht - dass dieses Zwischenspiel seine ohnehin eher spärlichen Chancen bei der Angebeteten aus reichem Hause noch schmälert. Nach einem Besuch bei der Sexualtherapeutin (Christine Neubauer), der Flo nichts weiter bringt als ein "hilfreiches Elektro-Händchen, mit dem Mann sich in drei Stufen Erleichterung verschaffen kann", kann ihm nur noch einer helfen: sein bester Freund Red Bull (Axel Stein).

Die Sexualtherapeutin (Christine Neubauer) rät dem 'Patienten' Flo (Tobias Schenke), sich mit der elektronischen Hand in drei Stufen Erleichterung zu verschaffen. Bild von: Constantin

Als vermeintlicher Sexperte hatte sich der schon im ersten Teil der Teenie-Komödie einen Namen gemacht, und auch in der Fortsetzung ist Axel Stein einer der wenigen Lichtblicke, vielleicht gar der einzige. Komisch zu sein, gehört zu den schwierigsten Rollen eines Schauspielers. Axel Stein gelingt es auf überzeugende Weise durch das ausgefeilte Zusammenspiel seiner Mimik und Gestik mit den spritzigen Dialogen. So beispielsweise in der Situation, in der er sich als seine eigene Zwillingsschwester Wanda verkleidet, um sich in die Mädchen-Hockey-Mannschaft einzuschleichen.

Red Bull (Axel Stein) tut alles, um seinem Freund zu helfen. Er verkleidet sich sogar als Frau. Bild von: Constantin

Ziel des Unterfangens: Er will Maja "aus der Sicht einer Frau" seinen Freund Flo schmackhaft machen. Vor dem Spiegel steckt sich Red Bull Brüste aus Luftballons und Badeschwämmen unter, streift Mutters Mieder über, kreischt in einer Tonlage "Pussy Power", die seine eigene um zwei Oktaven übersteigt, und stürzt sich ins Training. Dort trifft Wuchtbrumme Wanda auf die Beautys der Schule, allesamt natürlich - im Gegensatz zu ihm/ihr - rank und schlank und wohlgeformt. Gegensatz schafft Komik - dieser einfache Grundsatz wurde hier vortrefflich umgesetzt. Ebenso bravourös meistert Stein alias Red Bull den unfreiwilligen Auftritt von Wanda auf der Bühne einer Table-Dance-Bar.

Happy End: Flo (Tobias Schenke) und Maja (Diana Amft) haben endlich zueinander gefunden. Bild von: Constantin

Der Rest lässt jedoch zu wünschen übrig. "Harte Jungs" gehörte noch in die Rubrik herzerfrischend und liebenswürdig frech. Vor allem Tobias Schenke wuchs den Zuschauern damals ans Herz. Man "litt" mit Flo, war den Zuschauern sympathisch. Jetzt wirkt er trotz seines immer noch jungen Alters - er ist 20 Jahre - fast zu reif für diese Art von Rollen. Den unerfahrenen, pickeligen Pubertäts-Jungen nimmt man ihm nicht mehr ab. Hauptrollen in "Zerbrechliche Zeugin", "Opferlamm" oder dem "Tatort: Bestien" mögen ihn älter gemacht und ihm die Unbekümmertheit genommen haben, die in "Harte Jungs" noch die Grundlage für die notwendige Portion Glaubwürdigkeit war - und die braucht auch so ein Film.

Regisseur Granz Henman, der für den ersten Teil das Drehbuch geschrieben hatte, konnte zudem diesmal der Versuchung nicht widerstehen, die Komödie an vielen Stellen heillos zu überspannen. Ein Vibrator, der zur Klobürste wird und in den Exkrementen der Großmutter 'rumwühlt - wer bitte will das sehen? Lustig ist es jedenfalls nicht, und selbst hart gesottene Fans der Farrelly-Brüder ("Dumm und Dümmer") wird ein Gefühl des Ekels überkommen.


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