Rollerball
John McTiernans Remake erzählt von der nahen Zukunft, in der Konflikte nicht mehr durch Kriege beseitigt werden, sondern von neuzeitlichen Gladiatoren auf Rollerskates, die um eine Stahlkugel kämpfen.
Genre: Action Start: 28.3.
R: John McTiernan, D: Chris Klein, Jean Reno, LL Cool J u.a.
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| Jonathan Cross (Chris Klein) ist einer der modernen Gladiatoren auf Rollerskates, die mit gefährlichen Wettkämpfen die Fans begeistern. Bild von: Helkon |
Ein Blick in die Zukunft, und die Zukunft ist grausam: Rollerball. Das ist mehr als ein Sport, es ist ein riesiges Spektakel und ein noch größeres Geschäft - brutal, schnell und beliebt. Überall auf der Welt füllen sich gigantische Arenen mit Fans, die den modernen Gladiatoren bei ihren gefährlichen Wettkämpfen huldigen. Unter ihnen sind die Spieler Jonathan Cross (Chris Klein), Marcus Ridley (LL Cool J) und die aufreizende Aurora (Rebecca Romijn-Stamos), die auf Rollerskates und Motorrädern alles riskieren, um ihre Gegner aus dem Feld zu schlagen. Doch die wahre Gefahr lauert am Rande der Spielbahn. Teambesitzer Petrovich (Jean Reno) setzt skrupellos das Leben seiner Stars aufs Spiel, um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben.
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| Die aufreizende Aurora (Rebecca Romijn-Stamos) gehört auch zum Skater-Team. Bild von: Helkon |
"Stirb Langsam"-Regisseur John McTiernan hat sicherlich mit vollem Elan an dieser Neuverfilmung des gleichnamigen Originals aus dem Jahr 1975 (mit James Caan) gearbeitet. Das Ergebnis ist dabei ein hochgradig aggressives Actionspektakel. Die Betonung liegt auf "aggressiv". Nur wenige Filme verursachen beim Zuschauer einen derartigen Adrenalinausstoß wie "Rollerball".
Beim Sound, der eine wesentliche Rolle spielt, wird das besonders durch eine höhere Lautstärke bei Hintergrundgeräuschen und Spezial-Effekten im Vergleich zu den Dialogen untermauert. Die Gespräche sind schlicht kaum zu verstehen, und so geht auch ziemlich schnell das Verständnis für die Geschichte verloren - Hauptsache Action! Das Problem ist nur, dass auch ein guter Actionfilm eine Geschichte benötigt ...
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| Petrovich (Jean Reno) scheut nicht davor zurück, das Leben seiner Stars aufs Spiel zu setzen, um die Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Bild von: Helkon |
Im Grunde genommen minimiert sich das ganze Spektakel auf eine Riesenprügelei, die ganz zufällig im Fernsehen übertragen wird und die mehr an einen Kampf auf Leben und Tod als an eine fair ausgetragene Sportart erinnert. Um die Dramatik zu erhöhen, wurde eine hintergründige Liebesgeschichte zwischen zwei "Gladiatoren" eingemischt, die, wie es der Zufall so will, in der gleichen Mannschaft spielen und deshalb ihre Liaison geheim halten müssen. Schade nur, dass ein so hervorragender Schauspieler wie Jean Reno ("Leon - der Profi", "Die purpurnen Flüsse") mit einem solchem Film, der auf B-Movie-Niveau jongliert, seine Zeit verliert. Auch LL Cool J ("Deep Blue Sea") oder Hauptdarsteller Chris Klein ("American Pie") können keine schauspielerischen Akzente setzen. Da greift man doch lieber zur eben erschienenen DVD des Klassikers von 1975.
Der Originalfilm aus den 70-erJahren erzählt mehr oder minder die gleiche Story, doch war diese Fassung bei weitem nicht so Gewalt verherrlichend wie das 2002-er Pendant. Ganz im damaligen Trend hatte diese futuristische Vision etwas Apokalyptisches an sich, das auf eine ungewisse Zukunft nach dem Kalten Krieg abzielte.
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| "Hauptsache Action" könnte das Motto von 'Rollerball' lauten. Bild von: Helkon |
Am Rande sei erwähnt, dass ein schlechter Film noch längst keinen schlechten Soundtrack macht - und dieser ist sicher herausragend. Abwechselnd mit der eindringlichen Filmmusik von Eric Serra ("Leon - der Profi", "Das fünfte Element") sind auf der CD die Gastauftritte verschiedener Musiker, die im Film zu sehen sind, festgehalten. Unter anderem sind darauf zu hören: Slipknot "I'm hated", Beautiful Creatures "Ride", Hard Knox "Body Go" und Rappagariya "It's Showtime". Wer sich auch mit härteren Musikstilen anfreunden kann, sollte reinhören.
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