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Dark Blue WorldNach "Kolya" präsentiert Jan Sverák ein melancholisches Kriegsdrama über zwei beste Freunde und Kampfpiloten, die sich in dieselbe Frau verlieben.
"Wann dürfen wir endlich fliegen?" Die tschechischen Piloten auf dem Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force haben genug von den Trockenübungen und dem Büffeln der englischen Sprache. Schließlich flohen sie nicht aus ihrer von Nazis besetzten Heimat, um auf Englands grünen Hügeln mit auf Fahrrädern montierten Flugzeugattrappen Krieg zu spielen und tatenlos zuzusehen, wie über ihnen der wirkliche tobt. Besonders eilig, Einsätze gegen den Feind zu fliegen, hat es der junge Karel (Krystof Hadek). Er lernte von seinem 20 Jahre älteren Mentor Franta (Ondrej Vetchy) das Pilotenhandwerk und kam mit ihm auf die Insel.
Die letzten Helden Tschechiens - Männer, die nicht gezwungen waren, gegen die Nazis zu kämpfen, sich aber dennoch zur Flucht entschlossen und einer anderen Armee beitraten - stehen im Mittelpunkt des Films. Wer den Krieg überstand und heimkehrte, erlebte eine böse Überraschung: Anstatt Ruhm und Ehre wartete auf die Männer die Strafanstalt. Sie galten als potenzielle Feinde des Kommunismus der CSSR, und es wurde befürchtet, sie könnten erneut für die Freiheit kämpfen.
Wie schon bei "Kolya" erweist sich das Team Jan und sein Drehbuch schreibender Vater Zdenek Sverák als Gewinn. Zu ihrer Handschrift gehören Melancholie und Gefühlswirrungen, die sich hinter einem stolzen Blick zu verbergen versuchen. Trotz des geringen Budgets von sieben Millionen Dollar sieht der Film nach einem professionellen Kriegsdrama mit halsbrecherischen Flugszenen aus. Und wer sparen muss, kommt zu interessanten Einsichten. Jan Sverák: "Als wir entdeckten, dass Spezialeffekte genauso viel kosten wie einen echten Zug zu sprengen, beschlossen wir, einen zu kaufen." |
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