06/02 Rush Hour 2 



Trailer
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| Obenauf in 'Rush Hour 2': Jackie Chan (rechts) und Chris Tucker. Bild von: Warner |
Wenn die flinksten Fäuste Asiens auf das größte Plappermaul der westlichen Hemisphäre treffen, gibt es viel zu lachen und geht viel zu Bruch. Das konnte das geneigte Kinopublikum schon 1998 erleben, als "Rush Hour" in die Kinos kam. Erhebliche 250 Millionen Dollar spielte der Klamauk um zwei Cops, die gegen eine Kidnapping-Mafia kämpfen, ein. Jetzt geht die Fortsetzung an den Start und schafft es, den Vorgänger in Witz und Turbulenz noch zu übertreffen.
Kampfakrobatik ist es, die Jackie Chan berühmt gemacht hat. Der 47-jährige Chinese turnt seit 20 Jahren über die Leinwände und ist seit einigen Jahren nicht nur allein in Asien ein Kassenmagnet. Mit schlagkräftigem Können und treffend gesetzten Slapstick-Einlagen war er bisher in knapp 50 Filmen zu sehen. Kaum zu glauben, dass ihm immer noch neue Variationen in der Choreografie des Zwei- und Mehrkampfs einfallen.
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| Chris Tucker räumt die Schurken auf. Bild von: Warner |
In "Rush Hour 2" kämpft Jackie Chan wieder mit Chris Tucker, dem verbalen Perpetuum mobile, an seiner Seite. Zusammen machen sie als Inspector Lee aus Hongkong und Detective James Carter aus Los Angeles im fernen Osten Urlaub. Als Lee aber die Möglichkeit erhält, den Ganovenboss und persönlich gehassten Triaden-Chef Ricky Tan dingfest zu machen, der als Drahtzieher eines internationalen Geldfälscherrings gilt, stecken beide - wie im ersten Teil - in einem höchst vergnüglichen Schlamassel.
Da werden mit auf- und zufliegenden Schranktüren die Gegner außer Gefecht gesetzt und an Baugerüsten aus Bambus waghalsige Kletterstunts vollführt. Jackie Chan scheint im Alter noch gelenkiger zu werden: Für den schauspielernden Schlangenmenschen scheinen selbst vergitterte Chipdurchreichen in Spielcasinos kein Hindernis darzustellen. Im Nachspann zeigt sich aber, wie hart geprobt wurde: Der Sprung durch die schmale Öffnung ging einige Male weniger ins Auge als in den Schritt.
Komisch ist aber vor allem die große Klappe Chris Tuckers. LAPD Detective Carter ist im Gegensatz zum ersten Teil diesmal selbst das Greenhorn und findet sich auf dem heißen Pflaster Hongkongs nicht zurecht. Seine überhebliche und oft dummdreiste Umgangsart mit den skrupellosen Triaden-Gangstern dürfte nur wenige Lachmuskeln ruhen lassen.
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| So gut wie alle Stunts macht Jackie Chan in seinen Filmen selbst. Bild von: Warner |
Regisseur Brett Ratner, der auch gerne Musikvideos inszeniert, fühlt sich sichtlich pudelwohl mit seinem eingespielten Darstellerduo. Die Kamera konzentriert sich noch mehr als im ersten Teil auf die Mimik Chans und Tuckers. Und wenn zu Beginn und am Ende des eineinhalbstündigen Wort- und Kampfgefechts zwei Explosionen detonieren und die Bilder als furioses Feuerspektakel eingefangen werden, sieht man Ratners Vorliebe für das martialische Hongkong-Kino.
Nach der kleinen, aber feinen "Was wäre wenn"-Komödie "Family Man" war Ratner anscheinend wieder mal nach altbewährter Action. Auch ohne den Erfolg des Vorgängers hätte er einen zweiten Teil gedreht, sagt er, so viel Spaß mache der Dreh. Der dritte Teil ist fest eingeplant. Starttermin: 2004.