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29/04 Blade II ***__
Bild von: Warner / Bruce Talamon
Blade (Wesley Snipes, Mitte) weiß sich auch in der Fortsetzung zur Wehr zu setzen.

Was also ist wirklich cool? Glaubt man dem Sprachschatz der heranwachsenden Generation, könnte so ziemlich alles das Adjektiv verdient haben. Haustier, Hose, Musik - völlig egal. Der inflationäre Gebrauch verwischt zweifellos die eigentliche Bedeutung des Wortes. Gesucht wird also: das wahrhaft Coole. "Blade" ist nahe dran. Weil man einen solchen Helden nicht verkommen lässt, rüstet sich der Krieger in Schwarz, auch in der Fortsetzung von Wesley Snipes gespielt, erneut zum Kampf - diesmal gegen eine mutierte Vampir-Monsterbrut.
Ein Bad im Blutbecken, saugen an einem schönen Hals? Für den Vampirjäger Blade aus dem gleichnamigen Überraschungserfolg von 1998 käme dies einem Albtraum gleich. Zur Erinnerung: Die Figur aus dem legendären Marvel-Comic ist halb Mensch, halb Vampir, denn seine Mutter wurde vor seiner Geburt von einem Vampir angefallen. Doch Blade konnte sich mit seinen Bluts-Verwandten nie so richtig anfreunden. Aus Rache für den Fluch, der auf ihm lastet, nimmt er sich zum Wohl der Menschen die Vernichtung aller Dracula-Nachfahren vor. Ein hehres Ziel. Blade besitzt selbst die übernatürlichen Kräfte eines Vampirs, fürchtet sich aber weder vor Knoblauch, noch vor Silber und Sonnenlicht.

Bild von: Warner / Bruce Talamon
Whistler (Kris Kristofferson, links) steht Blade im Kampf zur Seite.

Seit seinem ersten Kinoabenteuer hat sich Blade verändert. Der grüblerische Superheld verwandelte sich in einen Mann, der sein Schicksal akzeptiert und Spaß empfindet beim Umgang mit seinen eleganten Waffen und dem Kampf gegen das Böse. Da passt auch der neue Gefährte Scud (Norman Reedus) gut ins Konzept. Als eine Art "Q" erfindet er für den Vampirjäger immer ausgeklügeltere Waffen und nimmt als Vertrauter den Platz von Whistler (Kris Kristofferson) ein. Der kehrt jedoch - von Blade aus den Fängen der alten Feinde gerettet - wieder zurück. Aber bevor die Rivalität zwischen Scud und Whistler an Bedeutung gewinnen kann, kündigt sich Blades neue Aufgabe an.
Mutierte Super-Vampire, genannt Reapers (Sensenmänner), fallen in Prag über Menschen und auch Untote her. Die menschlich aussehenden Blutegel aus dem Reagenzglas entbehren zweifellos jeder Erotik. Die leichenblassen Biester wirken eindimensional und versuchen sich ohne jede weitere Erläuterung den Saft zu holen, den sie zum Leben brauchen. Dafür steht ihnen ein phänomenales Beißwerkzeug zur Verfügung. Und: Nach jedem Biss gibt es einen mehr von ihnen. Die Vampir-Nation bittet um eine Allianz: Nur gemeinsam können die Stärksten aller Vampire diese Bedrohung meistern.

Bild von: Warner / Bruce Talamon
Blade (Wesley Snipes) hat die attraktive Nyssa (Leonor Varela) an seiner Seite

Von Ästhetik verstehen die neuen Feinde nichts, und so verwandelt sich gezwungenermaßen der kühle Gothic-Techno-Look der Vampir-Welt: Schleim, Blut und Glibber halten Einzug. Der vom mexikanischen Gruselspezialisten Guillermo Del Toro inszenierte Film driftet deutlich vom Thriller ins Horrorgenre ab. Natürlich gibt es wieder spektakuläre Kampfszenen im Martial-Arts-Stil und jede Menge Spezialeffekte. Comic wird hier zum Realfilm. Dazu tragen Szenen wie die verglühenden und zu Asche zerfallenden Vampire und eine gewaltige Feuerballsequenz in der Kanalisation bei. Einen nachhaltigen Eindruck vermittelt auch das Aussehen und die Zusammenstellung der Bloodpack-Mitglieder, einer Untoten-Spezialeinheit zur Bekämpfung der Reapers. Zu den Elite-Saugern gehören die Tochter vom Chef, Vampirfrau Nyssa (Leonor Varela), die für romantische Elemente sorgt, und Reinhart (Ron Perlman), der den Vampir-Terminator gibt. Bei Nonstop-Action fühlt sich Martial-Arts-Experte Snipes in seinem Element und führt zu Rap, Metal und Technomusik einen atemberaubenden Tanz der Vampire auf, der zwar nicht jedermanns Geschmack ist, aber sicher auch diesmal seine Fans finden wird.


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