13/05 Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger 



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| Bild von: Lucasfilm Ltd. & TM Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) kann dem Fahrstil von Anakin Skywalker (Hayden Christensen, rechts) nur wenig abgewinnen. |
Was also soll man, was darf man erzählen zu "Star Wars: Episode 2"? Echte Anhänger der Reihe werden ihre Karte längst gekauft, ihre Hoffnungen und Ängste längst in Worte gefasst haben. Machen wir es also zunächst kurz: Wer sich wünscht, Teil 2 möge auf den spielerischen Firlefanz seines Vorgängers verzichten, dessen Wunsch wird erfüllt. Wer hofft, die romantische Beziehung zwischen Anakin Skywalker und Senatorin Padmé Amidala möge keine allzu dominante Rolle spielen, dessen Hoffnung wird wahr werden. Und wer Jar-Jar Binks gerne tot sähe, der muss enttäuscht werden. Aber: Die nervige Ratte hat nur wenige Minuten Sendezeit!
Abgesehen von einer Fortführung der bekannten Figurenkonstellationen im Rahmen der großen Gesamthandlung hat der "Angriff der Klonkrieger" mit dem ersten Teil nur noch wenig zu tun. Es ist ein ernsthafter Film. Regisseur und Schöpfer George Lucas besinnt sich stilistisch auf die Stärken seiner Filme der letzten Trilogie. Scherze gibt es kaum. Sicher, humorvoll war der "Krieg der Sterne" immer, aber Albernheiten kannte nur "Die dunkle Bedrohung". Diesmal obliegt der heitere Teil beinahe ausschließlich C-3PO und seiner Roboter-Interaktion mit R2-D2. Eben genau so, wie man es aus der alten Trilogie kennt.
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| Bild von: Lucasfilm Ltd. & TM Die Tragödie des Anakin Skywalker (Hayden Christensen) beginnt. Er liebt Amidala (Natalie Portman). |
Ein zweites Mal hätten die Jünger der Sternenkriege ihrem Meister George ein Zugeständnis an die Bedürfnisse eines jungen, vermeintlich neuen Publikums nicht verziehen. Sicher, "Die dunkle Bedrohung" war kein schlechter Film, aber es kam keine "Star Wars"-Atmosphäre auf. Diesmal ist das anders. Es geht, wenn man so will, um die Geburt der dunklen Seite der Macht, um die Ursachen für den großen Sternenkrieg, der noch folgen wird. Das Modell des Todessterns nehmen die Schurken mit in die Zukunft. Sie werden ihn bauen, jeder weiß das. Und noch so vieles mehr beginnt sich mit dem "Angriff der Klonkrieger" wundersam zu fügen. Am Ende, nach dem dritten Teil, der 2005 in die Kinos kommt, könnte das alles tatsächlich ein harmonisches und logisches Ganzes ergeben.
Dabei sind es zwei Kernfiguren, die sich durch alle Filme ziehen: Zum einen Obi-Wan (Ewan McGregor), der zum echten, charismatischen Jedi-Ritter gereift ist. McGregor fühlt sich spürbar wohler als noch zuletzt in der Rolle, die alles zusammenhält. Niemals zweifelnd, niemals ratlos - ein klassischer, durch und durch guter Held, den es zu verehren gilt. Inzwischen hat er Anakin Skywalker (Hayden Christensen) zum Mann erzogen. Lucas tat diesmal Vernünftiges: Früh in der Geschichte trennt er die beiden räumlich und legt fortan zwei Erzählstränge nebeneinander, so wie er es auch in den ersten Filmen häufiger tat.
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| Bild von: Lucasfilm Ltd. & TM Anakin Skywalker (Hayden Christensen, links), Padmé Amidala (Natalie Portman) und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) sind die Kernfiguren des zweiten Teils. |
Aus Anakin Skywalker wird später, das weiß man, Darth Vader werden. Der dunkelste Charakter, den die Filmgeschichte hervorgebracht hat. Und so war es diesmal an Lucas, erste Hinweise darauf zu streuen, dass Anakins Wertesystem durcheinander geraten könnte. Den deutlichsten Hinweis kennt der Zuschauer ebenso längst: Anakin wird mit Padmé Amidala (Natalie Portman) Kinder zeugen. Will sagen: Er wird lieben. Und weil er es nicht versteht, diese Emotion im Zaume halten, wird auch die Fähigkeit zu hassen in ihm erwachen. Anakin kommt aus dem Gleichgewicht.
Zunächst steht er jedoch noch treu an der Seite seiner Gefährten, wenn es darum geht, die Republik vor möglichen Bedrohungen zu schützen. Immer mehr Gruppen spalten sich ab und beginnen, sich für den großen Kampf zu formieren. Angeführt werden sie von Count Dooku (Christopher Lee), einem ernst zu nehmenden Gegner. Lee erfüllt seinen Auftrag glanzvoll: Er übertreibt nicht, faselt nicht und schweigt nicht. Er sagt und tut, was aus seiner Sicht gesagt und getan werden muss. Grandios. Grandios böse.
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| Bild von: Lucasfilm Ltd. & TM R2-D2 übt sich für Padmé Amidala (Natalie Portman) und Anakin Skywalker (Hayden Christensen) als Servierer. |
"Angriff der Klonkrieger" ist eigentlich eine Brückengeschichte. Die Handlung ist überschaubar, Grenzen werden gesteckt. Ein Vorspiel also auf den düsteren Schlussakt. Aber ein fantastisches. Temporeich erzählt. Ehrlich gespielt. Ohne unsinnige Gimmicks, ohne überflüssige Nebenschauplätze. Und Lucas darf mit "Star Wars" pathetischer sein als andere, ohne verlacht zu werden, nutzt das aber in vernünftigem Rahmen.
Bei allem steht die zweifellos grandiose Computertechnik nicht wie im ersten Teil über der Geschichte, sondern fügt sich wie selbstverständlich in sie ein. Es ist gleich zu Beginn ein Verkehr am Himmel wie in New York zur Rush Hour. Aber auch das hat seine tiefere Bedeutung. Und die komplett computergenerierten Charaktere haben wirklich etwas zu erzählen und treiben die Story voran, statt sie mit Nichtigkeiten zu lähmen.
Im dritten Teil wird Anakin der Verführung der dunklen Seite der Macht erliegen. Man darf gespannt sein, was geschehen wird, um den jungen Heißsporn endgültig in die Arme des Imperators zu treiben. Es soll ein dunkler, depressiver und wohl auch trauriger Film werden. Alles wird böse. Und wir sind nun sicher: Alles wird gut mit dem Abschluss der größten Filmsaga aller Zeiten.