| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 21/05/2002 | ||||||
Seitensprünge in New YorkDer Film von Edward Burns erzählt charmant, tiefgründig und mit pointiert-witzigen Dialogen Geschichten aus dem Leben, die gleichermaßen anrühren und erheitern.
´Sidewalks in New Yorks`, so der Originaltitel, erzählt Geschichten vom Leben - nicht mehr und nicht weniger, aber auf eine wunderbare Art und Weise. Unaufgeregt und dennoch eindringlich. Kühl und trotzdem intim. Wenig aufwändig und doch stark in der Wirkung.
Der Film setzt sich aus vielen kleinen Episoden zusammen. Jede einzelne ist dabei in sich komplett und erzählt spielerisch die Geschichte eines Menschen, die immer gleichzeitig auch auf das Leben der anderen Einfluss nimmt: Durch Zufall trifft der TV-Produzent Tommy (Edward Burns) eines Tages in einer Videothek auf Maria (Rosario Dawson), die sich gerade von ihrem Ehemann Benjamin (David Krumholtz) getrennt hat. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Benjamin indes bändelt aus Trotz und verletzter Eitelkeit mit der jungen, attraktiven Kellnerin Ashley (Brittany Murphy) an, die allerdings bereits ein Verhältnis mit dem wesentlich älteren Zahnarzt Griffin (Stanley Tucci) hat. Der ist verheiratet mit Annie (Heather Graham), die wiederum, als sie hinter das Verhältnis ihres Mannes kommt, auch bereit ist für ein kleines Abenteuer. Dann lernt sie Tommy kennen. Den TV-Produzenten. Nur zur Erinnerung ...
Inmitten diese vielen zufälligen Begegnungen und Beziehungen, platziert Edward Burns - auch eine Parallele zu Woody Allens "Ehemänner und Ehefrauen" - Szenen, die die Charaktere aus ihrer jeweiligen Geschichte heraustreten und über ihr Leben philosophieren lassen. Von einem (fiktiven) Interviewer werden sie mitten auf der Straße nach ihrem ersten Sex, ihrer ersten Enttäuschung oder ihrem Verständnis von Treue befragt. Diese Sequenzen wurden ausschließlich mit einer Handkamera gedreht, die ihnen einen dokumentarisch anmutenden Stil verleiht. Die Personen erscheinen durch diese Technik zunächst distanzierter als in den Spielszenen. Doch wer genau hinhört, wird auch hier - wie im ganzen Film - viele schöne, kluge Lebensansichten und -weisheiten entdecken. Letztlich geht es doch auch bei Burns nur um eines - das ganz große Glück. Wie auch immer das aussieht. |
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