27/05 40 Tage und 40 Nächte 



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Bild von: UIP Kurz nachdem er beschlossen hat, für 40 Tage keinen Sex zu haben, trifft er im Waschsalon auf die attraktive Erica (Shannyn Sossamon). |
Matt ist schon ein komischer Typ: Seine geliebte Freundin verlässt ihn, und er stürzt sich fast märtyrerhaft in One-Night-Stands, die so regelmäßig stattfinden wie Zähnereinigung oder die "Tagesschau". Die Rolle des putzigen Mittzwanzigers in seiner sympathischen Verzweiflung hat Josh Hartnett übernommen, der mit "40 Tage und 40 Nächte" sein Comedy-Talent entwickeln möchte. Dass er eines hat, scheint der Star aus "Pearl Harbor" und "Black Hawk Down" mittlerweile begriffen zu haben: Bei seinen Fans ist der 23-Jährige ein Idol.
Es hätte auch schief gehen können: Regisseur Michael Lehmann hat zwar allerhand Erfahrung im komischen Fach ("Lügen haben lange Beine", "Airheads"), doch sind schon viele an frivolen Sexkomödien gescheitert. Doch schließlich brachte Lehmann auch Bruce Willis mit "Hudson Hawk - Der Meisterdieb" groß raus. Nun heißt der Begünstigte eben Josh Hartnett. Dass "40 Tage und 40 Nächte" unerwartet komisch ausfällt, liegt wohl daran, dass auf Sex-Szenen und den sonst in Teeniekomödien so angesagten Fäkalhumor komplett verzichtet wurde. Das Ergebnis ist ein zwar harmloser, aber sehr unterhaltsamer Film mit einigen Tipps für das Liebesleben.
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Bild von: UIP Matt (Josh Hartnett) kann erotischen Verführungsversuchen nur schwer widerstehen. |
Wer zuerst den Kopf schütteln mag, wieso sich der Webdesigner Matt in täglich wechselnde Abenteuer mit wildfremden, aber um so attraktiveren Frauen stürzt, weil seine Freundin ihn verlassen hat, wird dabei nochmals überrascht. Um sich wiederum von den One-Night-Stands und seiner ausgeprägten Sex-Sucht zu heilen, gelobt Matt eine 40 Tage (und 40 Nächte) währende Enthaltsamkeit. Aber im Grunde möchte er mit dieser Brachialtherapie nur Nicole, seine Ex-Freundin, vergessen. Den Ausschlag geben einige Rededuelle mit seinem Beichtpriester, der nach Matts Entschluss am Ende selbst ungläubig meint, das sei doch nicht zu schaffen. Die Logik bleibt zwar bei diesen Handlungskapriolen auf der Strecke, dafür entschädigen aber allerhand Wortwitz, begabte Jungschauspieler und turbulente Szenen.
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Bild von: UIP Nach unzähligen One-Night-Stands ist Matt (Josh Hartnett) auch nicht glücklicher als vorher. |
Was zuerst im Geheimen geplant war, wird nämlich schon bald zur weltweiten Online-Wette, initiiert durch Matts indiskrete Arbeitskollegen. Mit dem täglichen Mindesteinsatz von 50 Dollar wetteifert schon bald eine gierige Horde einem baldigen Abbruch der Enthaltsamkeitsaktion entgegen. Die weibliche Fraktion versucht sich auch schon mal in direkter Anmache, um den schnell wachsenden Jackpot zu gewinnen. Damit nicht genug, lernt Matt während seines Entzugs, in dem er keinerlei intime Handlungen, auch nicht mit sich selbst, vollziehen darf, die Frau seiner Träume namens Erica kennen. Natürlich erfährt sie von der unfreiwilligen Wette und ist erst einmal dementsprechend sauer.
Ob es am Ende tatsächlich zum Vollzug des Liebesaktes kommt, muss hier nicht verraten werden. Es ist letztendlich auch nicht besonders wichtig. Vielmehr liegt die Komik des Films im entgegengesetzten Bild von Angebot und Nachfrage. Während sich die Freunde Matts in begeistertem Neid nach seinen hübschen Umwerberinnen verzehren, bleibt er standhaft. Die von Matt (erfolgreich) entwickelte Moralverstellung, den Sex erst einmal aus einer Beziehung herauszuhalten, ist aber wenig ernst gemeint, wie Hartnett selbst einräumt: "Sex ist ein wichtiger Bestandteil in jeder Beziehung. Für mich gehört es einfach dazu, meine Freundin auch sexuell attraktiv zu finden."