| SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 03/06/2002 | ||||
Flickering LightsWenig Neues aus Dänemark: Die Groteske bietet kaum Grund zur Freude, geschweige denn zündende Unterhaltung.
Man fühlt sich zwangsweise an die Kino-Groteske "In China essen sie Hunde" erinnert. Was als merkwürdige Gangstergeschichte beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu einer Action-Komödie, die mit einem Panoptikum unverständlicher Merkwürdigkeiten gefallen möchte. Vermutlich liegt das an der ideenarmen Handlung, die es auch schon irgendwo einmal gegeben hat: Torklid, so der Name des Protagonisten, ist ein selten intelligenter Pechvogel (selten nichts sagend: Sören Pilmark). Mit seiner Ganovenbande, zu welcher der kokainsüchtige Peter (leider: Ulrik Thomsen), der Waffennarr Arne (skurril: Mads Mikkelsen) und der esslustige Stefan (heiter: Nikolaj Lie Kaas) gehören, fühlt er sich in der Rolle eines Dienstleistungsunternehmens. Sie arbeiten ausschließlich für andere Verbrecher, denen Chef Torklid Geld schuldet. Und nun übernehmen sie die Drecksarbeit.
Merkwürdige Gestalten, merkwürdiger Plot, merkwürdiges Ende: Regisseur Anders Thomas Jensen schaute einerseits viel von der Konkurrenz ab, konterkarierte es andererseits und spitzte die Szenerien und Charaktere derart auf das Abnormale zu, dass es wirklich keine Freude mehr ist zuzuschauen. Wieso er versucht, einem konsumkritischen David Fincher zu entsprechen, indem er sich indirekt als Kritiker eines Dienstleistungskollektivs übt, ist ebenso unverständlich und zündet wenig, wie die Story nur leidlich unterhält. Es wäre zu wünschen, dass sich auch im dänischen Kino mehr Mut zu Filmen fürs große Publikum entwickelt. Erst recht der skandinavische Film muss sich nicht hinter der Fassade des Grotesken verstecken. |
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