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10/06 Gosford Park ***__
Bild von: UIP
Maggie Smith fällt als Constance, Countess of Trentham, gelegentlich aus dem Rahmen.

Der Hausherr Sir William Mc Cordle, seine Frau Lady Sylvia, ihre Tochter Isobel, Tante Constance, Sylvias Schwester Louisa, ihr Mann Lord Raymond Stockbridge, der Ex-Offizier Lieutnant Anthony Meredith, Sylvias Schwester Lady Lavinia Meredith, Freddie Nesbitt, seine Frau Mabel, Lord Rupert Standish, der Filmproduzent Morris Weissman. Außerdem das Dienstpersonal Jennings, Mrs. Wilson, Elsie, George, Arthur, Probert, Dorothy, Lewis, Bertha, Ellen, Janet, May, Mary, Henry Denton, Robert Parks, Barnes, Renee, Sarah und Merriman. Abgesehen von einem Inspektor war's das. Das üben wir jetzt. 137 Minuten lang. Fordert zumindest Regie-Altmeister Robert Altman.

Bild von: UIP
Lady Sylvia McCordle (Kristin Scott Thomas) und ihr Mann sind die Gastgeber in Gosford Park.

Die oben aufgeführte Liste macht deutlich, dass es sich in Altmans Film um ein Ensemblestück handelt. Und um was für eines. Wem es nach zwei Stunden tatsächlich gelingt, alle Gesichter allen Namen zuzuordnen, dem dürfte ein Auftritt bei "Wetten, dass..?" sicher sein. Zumal das noch lange nicht genügt. Schließlich geht es auch um die Beziehungen der Menschen untereinander, die nicht nur auf verwandtschaftlichen Ebenen stattfinden, sondern - und das ist mindestens ebenso wichtig - auch in den Arbeitsverhältnissen. Denn jeder Angehörige der High Society, der an diesem Tag des Jahres 1932 zu Gast bei Familie Mc Cordle (Kristin Scott Thomas und Michael Gambon) in Gosford Park ist, bringt sein Dienstpersonal mit. Zu wem also gehört Lakai 1, wer ist die persönliche Zofe Lady Sylvias? Und wer dient dem Lieutnant?

Zugegeben: Es ist tröstlich und gleichsam wichtig zu wissen, dass diese Art des Memory-Spiels nicht zwingend notwendig ist, um sich bei dieser bunten Collage zu amüsieren. Nicht alle Charaktere sind gleich wichtig, nicht allen kommt im Verlauf der Ereignisse eine besondere Bedeutung zu. Dennoch: Der minütlichen Herausforderung wird sich kaum jemand entziehen können. Dankbar nimmt der Fachmann daher die Auftritte prominenter Gesichter entgegen, die sich bescheiden in das Ensemble einbinden: Maggie Smith zum Beispiel, Kristin Scott Thomas oder auch Helen Mirren.

Bild von: UIP
Tristes Regenwetter in Gosford Park.

Kernidee des Films ist eine Art Spiegelung zweier nur scheinbar weit voneinander entfernten Realitäten. Es gibt die Welt der Belle Etage. Ihr Gegenüber steht das Dienstpersonal. Viele Verhaltensmuster bilden sich eins zu eins ab. Schonungslos offenbart wird zudem die Welt der Upper Class, die untereinander kaum ein ehrliches Wort ausspricht. All die Wahrheiten offenbaren sich nur über deren Angestellte, die sie wiederum erfahren, sich aber ebenso schwer tun, darüber zu sprechen. So erzählt "Gosford Park" von Intrigen und Vorurteilen, von Liebschaften und Sympathien, von Ängsten und Hoffnungen. Doch die Realitäten kommen nur zögernd an die Oberfläche, die Standesunterschiede erhalten eine Hand voll Regularien, die auch dann nicht gebrochen werden, als nach schier ewig langer Spielzeit des Films endlich wirklich etwas passiert. Ein Mord nämlich, dessen Aufklärung zunehmend an Bedeutung gewinnt, der aber an sich nur symbolisch für die Dramatik steht, die sich mitunter hinter den menschlichen Masken verbirgt.

So hat "Gosford Park" seine Stärken vor allem in den interessanten Dialogen und in den exzellenten Einzelleistungen der Darsteller, die sich in den Dienst des großen Ganzen stellen. Zudem gefällt die Optik des Films: Kamera, Kostüme, Licht. Die Stimmung, die Altman und seine Crew hier entfachen, wirkt jederzeit authentisch. Ein visuelles Vergnügen also, das inhaltlich spannende Konstellationen anbietet, durch die Vielzahl der Figuren aber kaum in der Lage ist, eine echte Bindung zum Zuschauer zu erzielen.
Damit Ihr euch ein Bild machen könnt, hier schon mal der Trailer zum Reinschauen:
Gosford Park - Trailer


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