SiSA - Das Event-Port für Augsburg : 19/02/2002

Keine 'Experimente' bei den Oscars

Mehr als Kurzfilme scheint Hollywood den Deutschen nicht zuzutrauen: Oliver Hirschbiegels "Das Experiment" geht nicht ins Oscarrennen um den besten nicht-englischsprachigen Film am 24. März im Kodak Theatre in Los Angeles.

Russell Crowe zählt mit seiner Darstellung eines schizophrenen Mathematik-Genies in Ron Howards 'A Beautiful Mind' zu den Oscar-Favoriten. Bild von: UIP
Mehr als Kurzfilme scheint Hollywood den Deutschen nicht zuzutrauen: Oliver Hirschbiegels "Das Experiment" geht nicht ins Oscarrennen um den besten nicht-englischsprachigen Film am 24. März im Kodak Theatre in Los Angeles. Vorgezogen wurden ihm "Die fabelhafte Welt der Amélie" sowie Filme aus Norwegen, Indien, Bosnien-Herzegowina und Argentinien. Der einzige Deutsche mit Oscarchancen (Hans Zimmer ging mit seiner "Pearl Harbor"-Filmmusik ebenfalls leer aus) dürfte somit Johannes Kiefer sein, nominiert für "Gregors größte Erfindung" in der Rubrik "Bester Kurzfilm". Besser steht dagegen Peter Jackson mit seinem "Herr der Ringe"-Epos da: Insgesamt 13 Nominierungen (nur die Klassiker "All about Eve" und "Titanic" hatten eine mehr) heimste der Film ein, unter anderem für den besten Film, beste Regie, Kamera, und mit Ian McKellen ("Gandalf") als besten Nebendarsteller. Dass die Jury bei diesem Werk vor allem Effekte und Umsetzung schätzt, ist daran zu erkennen, dass er keine Nominierung bei den Hauptdarstellern erhielt. Bei den Männern treten hier erwartungsgemäß der Favorit Russell Crowe ("A Beautiful Mind"), Sean Penn ("I am Sam"), Will Smith ("Ali"), Denzel Washington ("Training Day") und Außenseiter Tom Wilkinson ("In the Bedroom") an, bei den Frauen Halle Berry ("Monster's Ball"), Judi Dench ("Iris"), Top-Favoritin Nicole Kidman ("Moulin Rouge"), Sissy Spacek ("In the Bedroom") und Renée Zellweger ("Bridget Jones"). Um den begehrten Oscar für den besten Film streiten sich "A Beautiful Mind" (insgesamt acht Nominierungen), "Moulin Rouge" (ebenfalls acht), "In the Bedroom", "Gosford Park" und "Der Herr der Ringe", in Sachen Regie sind es neben Peter Jackson noch Ron Howard ("A Beautiful Mind"), Ridley Scott ("Black Hawk Down"), Robert Altman ("Gosford Park") und David Lynch ("Mulholland Drive"). Zu den Verlierern dürfte vor allem Wes Andersons "The Royal Tenenbaums" zählen, der im Vorfeld für mehrere Nominierungen im Gespräch war und am Ende nur in der Rubrik "Bestes Originaldrehbuch" (neben "Amélie", "Gosford Park", "Memento" und "Monster's Ball") auftaucht. Auch Baz Luhrman zeigte sich nach der Bekanntgabe der Nominierungen enttäuscht: Acht Mal ist "Moulin Rouge" nominiert - nur der Regisseur ging leer aus.

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