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Walkner.Moestl - die Wiener DJs im Gespräch mit SiSA 
Uwe Walkner

Ihr heißt Walkner.Moestl, das erinnert auf den ersten Blick stark an Kruder&Dorfmeister. Warum benennt ihr euch mit euren Nachnamen und nehmt keinen Fantasienamen?

Erstens nennt sich auf der ganzen Welt sonst niemand so. Zweitens ist es Trademark bei G-Stone und ein bißchen auch für Wien. Das hat sich damals so zugetragen, dass wir, Karl Moestl und ich, einfach die erste Platte produziert haben, die ersten vier Tracks, und FM 4 hat das ausgestrahlt. Richard Dorfmeister sitzt vor dem Radio, hört sich das an und sagt: „O.K., super, das möchte ich gerne haben.“ Damals haben wir uns noch Fantasienamen gegeben, der damalige Name war „Bluish“. Es ist dann zu einem Gespräch zwischen dem Herrn Dorfmeister und uns gekommen und wir haben uns so geeinigt, dass wir eine Plattform haben, um unsere Sachen zu veröffentlichen. Das war nicht auf Vertragsbasis, ganz locker, und dann kamen wir auf das Thema ‚Namen‘. Es war nicht schlecht, dem ganzen ein Trademark zu geben. Walkner.Moestl ist einfach unverkennbar, wie Kruder.Dorfmeister, natürlich über allem. So heißen wir eben Walkner.Moestl, warum nicht, Fantasienamen gibt es wirklich zu Hauf. Außerdem haben wir jetzt die Möglichkeit, uns zum Beispiel für Solo-Projekte Fantasienamen zu geben.

Eure letzte EP ‚Heaven or Hell‘ ist von 2000 und liegt somit jetzt auch schon 2 Jahre zurück. Was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht?

Karl Moestl

Die Sache ist einfach die, wenn man längere Zeit zusammenarbeitet, versucht man irgendwie sein eigenes Ego durchzubringen. Es war beim Karl und mir so, dass jeder versucht hat oder versucht sich abseits dieses Walkner.Moestl – G-Stone – Vienna – Ding auf eine andere Art und Weise musikalisch zu verwirklichen. Ich hab das in Frederic Hintenaus und einigen anderen Musikern in Linz gefunden. Wir produzieren wie die Hölle, sitzen fast jede Nacht im Studio bis um zwei, drei in der Früh und es ist einfach eine kreative Schaffenspause gewesen. Es ist nicht so, dass uns nichts eingefallen wär, uns fällt genug ein, nur ist unser Anspruch an gute Musik mittlerweile so hoch geworden, dass wir nicht sagen können, wir setzen uns jetzt ein paar Wochen zusammen und machen 'ne EP und die verkauft sich dann schon irgendwie, das muss dann schon mit einem Bumperer, mit einem Knall sein. Mit Walkner.Moestl wird’s natürlich auch weitergehen, wir arbeiten an einem neuen Album, das im Sommer fertig sein sollte und hoffentlich im Herbst rauskommen wird. Es gibt da irre viele Tracks zum Weiterarbeiten, es ist also auf keinen Fall so, dass wir nicht mehr zusammenarbeiten, es arbeitet momentan jeder für sich und wir kommen dann Session-mäßig zusammen.

In eurer Musik verbindet ihr viele verschiedene Stile miteinander. Seid ihr so vielseitig in eurem Musikgeschmack?

Ich trau mich zu sagen, dass ich einen ziemlich universellen Musikgeschmack habe, ich höre Jazz genauso gern wie Funk, Reggae oder elektronische Sachen. Wir versuchen, das besten aus allen Bereichen zusammenzuholen und unser eigenes Ding draus zu machen. Wir kommen zusammen, um wunderschöne Dinge zu machen, wir haben Spaß an der Arbeit und das ist das Wichtigste überhaupt.

Wo holt ihr euch eure Inspiration, wann kommen euch die besten Ideen?

Die besten Ideen hat bei uns jeder spontan im Kopf. Bei unserem neuen Projekt ist es so, dass vier Leute im Studio stehen und da herrscht einfach eine super Gruppendynamik. Man hat natürlich schon eine Vorstellung im Kopf, wie man die Sache angehen will und wie man den Zuhörer fordert, das ist uns auch immer ein Anliegen.

Frederic Hintenaus

Sind in diesem Zusammenhang Auftritte auch wichtig, um eine Feedback vom Zuhörer zu bekommen?

Sehr wichtig. Bei uns ist die Zusammenarbeit mit dem Publikum ein absolutes Muss, wir wollen unsere Musik natürlich so gut und so oft es geht mit dem Publikum teilen, das ist sehr inspirierend.

Habt ihr das Augsburger Publikum schon mal erlebt, wart ihr schon mal in Augsburg?

Ich war schon viermal in Augsburg, zweimal hier in der Mahagoni Bar und zweimal im Kerosin, das hat jedes Mal super funktioniert. Das Augsburger Publikum ist sehr offen und wesentlich daran beteiligt, dass in Augsburg eine sehr gute Szene vorherrscht, und auch der Vibe Club von Tom Wieland und Marc Frank.

Habt ihr ein Geheimnis, wie ihr die Leute dazu bringt, richtig abzugehen?

Man muss erstmal grundsätzlich dazu sagen, wenn wir als Walkner.Moestl auflegen, spielen wir nicht unsere eigenen Sachen. Das ist ja ein DJ-Set mit perkussiver oder auch Bläserunterstützung, je nachdem. Im Laufe der Jahre kriegst du als DJ irgendwie mit, was geht, du hast deinen eigenen Stil. In manchen Clubs kannst du dir sicher sein, das funktioniert, und ich spiel eigentlich nur in solchen Clubs, da kann man nicht viel falsch machen. Es gibt da kein Geheimnis, entweder man spürt das oder man spürt das nicht.

Gibt es einen Lieblingsclub oder ein Lieblingsevent?

Das Flex in Wien ist die beste Location. Stell dir vor, du gehst an einem Montag weg und triffst 800 Leute in einem Club. Das tolle ist, dass sich dort alles trifft, da gehen Schlipsträger genauso hin, wie Rastas, und alle sind da, um sich zu unterhalten und zu amüsieren, und das an einem Montagabend. Das Soundsystem im Flex ist für mich auch unglaublich, du stehst auf der Bühne und die ganze Bühne ist ein einziger Basswürfel. Du stehst mittendrin, als DJ oder Liveact, und fühlst dich wohl, und das spüren die Leute.

Was machst du, wenn du nicht im Studio oder an den Turntables stehst?

Ich bin gern mit meinen Freunden unterwegs und mit meiner Freundin. Ich versuch mich natürlich so oft wie möglich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen, Ruhe zu haben, einen gemütlichen Abend mit meiner Freundin zu verbringen. Das inspiriert mich und gibt mir Kraft.

Wieviele Platten hast du zu Hause?

Ich hab ungefähr 5000.

Und ein eigenes Zimmer dafür?

Ich bin gerade dabei, von Wien nach Linz zurückzuziehen und habe eine wunderbare kleine Wohnung gefunden. Dort kommt an eine 4x4 Meter große Wand ein großes Regal und das müsste eigentlich reichen.

Bestellst du die meisten Platten?

Nein, ich geh in den Plattenladen, hör mir das an, und wenn ich es gut finde, kauf ich es. Außerdem bekomm ich inzwischen sehr viele Promos direkt von den Plattenfirmen zugeschickt, das erleichtert das Ganze natürlich ungemein.

Wirst du in Wien oder Linz auf der Straße schon wiedererkannt?

Dadurch dass Wien so groß ist, passiert dir das dort eher selten, aber in Linz wissen die Leute sowieso, was ich mach.

Gibt es eine Stadt, in der ihr unbedingt mal auflegen wollt?

Nach Istanbul würden wir gern mal wieder fahren, da hab ich schon zweimal aufgelegt. Istanbul ist eine unglaubliche Stadt, dort zu spielen hat eine besondere Magie. Die Stadt ist extrem pulsierend durch die vielen Einwohner, jeder, der dort war, sagt das, man muss das einfach selber erleben. Budapest ist auch eine wunderschöne Stadt, die Party dort war auch ganz gut.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führten Benny Beilke und Jenny Burmeister.


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